Samstag, 11. August 2007, 8. Tag
Wir beschlossen in den berühmten Jade-Buddha Tempel zu gehen, da wir aber nicht wussten, wie man dorthin kam, nahmen wir ein Taxi. Von Außen sah man kaum was, erkannte in der modernen Straße den Tempel nur an seinem gelben Anstrich und den umgebenden Souvenierläden.
Eintritt 20 Yuan, um an ein Ticket zu kommen musste man sich an winzige Löcher in der Wand wenden. Aufgehts.
Wie in den meisten Tempeln befanden sich rechts und links erstmal Souvenierläden, dann ein Gatter mit Ticketabreißern. Die Tempel sind alle ähnlich aufgebaut- rechts und links tempeleigene Shops und kleinere Götterschreine. Vor diesen Schreinen sind Gabentische, die in buddhistischen Tempeln für gewöhnlich mit Früchten und anderen Speisen belegt sind. Davor für die Betenden eine Kniebank und daneben zwei Hocker. Gegenüber vom Gebäude ein Vorhof. Auf diesem stehen traditionell zwei Kessel für Räucherstäbchen und in der Mitte ein Feuerturm. Hier hatte dieser noch einen Aufsatz. Gäste und Gläubige schmissen Münzen in die Öffnungen des Aufsatzes, zumeist jedoch erfolglos. Das oberste Loch verhieß großes Glück, und die Größe des Opfers spielte natürlich auch eine Rolle, ob 1 Yuan oder 1 Jiao. Ich traf nach mehreren Versuchen mit einem Zuan ins tiefere Loch, aber kleines Glück ist auch okay, wenn es denn mal käme.
In dem großen Quergebäude befand sich eine Trinitätsgottheit, die Ränder waren mit Statuen von Boten und Wächtern gefüllt. Hintenrum befand sich ein größerer Altar der reich mit Früchten bestückt war. Mehrere Götter lagen herum. Der himmelblaue Hintergrund mit diversen heiligen Gestalten bemalt.
Da der Jade Buddha nochmal extra kostete gingen wir erstmal außen rum. Einen Jadebuddha, den unwichtigeren, hatten wir ja schon am Vorhof gesehen. An den Gängen hingen darstellende Radierungen, aber auch einzelne Texte. Es ging zu einem Teich an dem man die Kois und Goldfische füttern konnte. Dies überließen wir aber anderen, da Futter kostete, und begnügten uns damit, zu fotografieren wie Minikois, armlange Kois und bis zu einem halben Meter lange Brecher sich fast schon an Land warfen und das Wasser in Futtergier zum Schäumenbrachten. Die andere Seite der Minibrücke war ruhiger mit Skulpturen und künstlichen Seerosen bestückt. Der Weg dahinter war gepflastert, an den Seiten mit gigantischen Bonsais geschmückt. Etwas weiter ging es dann zum vegetarischen Restaurant, eine perfekte Chance für unsere Vegetarierin Jenny, doch sie verschmähte sie.
An einem Nebenhof kamen wir nochmal an einer elefantengeschmückten Glocke mit Inschriften vorbei und stürzten uns dann auf die Souvenierläden. Da wir nicht wirklich viel Zeit verbracht hatten und ja eigentlich nur wegen des Buddhas gekommen waren, beschlossen wir ihm doch noch einen Besuch abzustatten, Eintritt 10 Yuan.
Der Weg zu ihm war beschwerlich, es ging 3-4 Stockwerke in alten, elegant dunklen Holztreppen rauf. Diese waren etwa 10 cm hoch aber auch nur genauso lang.
In der Vorhalle waren Glaskästen mit Symbolen und Götter- oder Prinziparmeen in Gold dargestellt. Darauf war die Kammer mit dem Jade-Buddha. Fotografieren verboten, sonst könnte man ja keine teuren Postkarten verkaufen. Der Buddha war dann auch recht eindrucksvoll, viel mehr eeindruckte mich allerdings die Decke und die umgebenden Wände, die mit zighundert kleinen goldenen Statuen bestückt waren. Das Holzgeländer, dass uns Besucher fernhielt, war mit detailreichen Schnitzfiguren verziert.
Auf der anderen Seite ging es wieder runter, keine angenehme Sache, durch die kurzen Treppen, die dafür ewig weit hinab reichten und die Massen von Leuten hinter einem, es war mehr ein Hinabstolpern.
Das interessanteste am Ausgang dieses Gebäudes war ein gepflochtener Bambus. Immerhin hatte man noch eine schöne Aussicht auf einen weiteren Hof mit Glocke, sowie Figuren die sich des öfteren schwer erreichbar auf den Dächern befanden.
Draussen ging es noch kurz in einen weiteren Tempelshop, ein Kitsch-Schock! Abgesehen von den Jadite-Ketten die man in Shanghai wirklich überall kaufen kann. Unter anderem wurden auch ganze Altäre und Schreine verkauft, die aber teilweise mit ihren Blinklichtern, Soundeffekten und blecherner Musik eher wie Spielautomaten wirkten. Oh, und zwei echte buddhistische Mänche sahen wir dort durch Zufall auch noch!
Nun Gut, draussen bemühten wir uns umständlich um ein Taxi. Die staatlichen Taxis haben eine einheitliche Lackierung, je nach Unternehmen aber unterschiedliche Farben. Von Dunkelroten sollte man sich lieber fern halten, da diese besonders überteuert sind. Welches nehmen wir denn heute? Ach, wie wäre es mit Gold, zur Abwechslung.
Damit ging es zum erwähnten Yu Garten, der nicht nur Shoppingcenter war, dass mit "Lookie Lookie, Cheapa Cheapa!" oder mit "Massage? Lady Sex? Well educated Masseuse!" warb, sondern WIRKLICH auch noch einen GARTEN besaß. Der Eingang yzu diesem lag hinter einer Brücke mit Fischteich, der Teich war schön, aber alles mit Menschen vollgestopft, so dass man seine eigenen Füße nicht mehr sah. Nichtmal die Postkartenautografen hatten es geschafft, diese Brücke in voller (leerer) Schönheit zu fotografieren.
Irgendwann kamen wir am Schalter an, Eintritt 30 Yuan, ganz schön happig im Vergleich, aber ich fand es lohnte sich. Leider sind wir dort ziemlich hindurchgerast, sehr schade, aber nicht jeder weiß Gartenkunst und Ambiente zu schätzen, wenn es bei 400 Jahre alten Bäumen nur "Ja und?!" heißt, weiß man, dass man der einzige Pflanzenfreund in der Gruppe ist, seufz.
Der Garten war klassisch und nach konfuzianischen und Feng Shui Prinzipien gehalten. Ersteres sah man schon an der schlichten Eleganz der Gebäude, zweiteres an den Natursteinen und den Wasserläufen, so wie der Wegführung.
Alles war von Wasser umgeben und/oder unterführt. Die schönsten Pflanzen waren ausgeschildert.
Augrund des Tempos bekam man viele Kunstwerke, die versteckt oder über den Toren lagen, kaum zu Gesicht. Zumindest konnte ich nicht die Zeit investieren, die ich gerne gehabt hätte, aber man will den anderen auch nicht zur Last fallen, vor allem wenn sie einen nicht verstehen können, warum man denn sich eine Statue oder einen Baum mal länger als eine Minute im Vorbeigehen ansehen will. So waren wir recht flux wieder draussen und liegen durch einen Teil der Fußgängerzone zum Texistand, um heimzufahren.
Montag, 13. August 2007, 10. Tag
Da, nach eigenem Empfinden, wir die einzigen waren, die noch nicht auf der Haupteinkaufsstraße Nanjing Rd vertretenn waren, wollten wir da auch mal hin. Sah auf der Karte (die keinen Maßstab hatte) auch gar nicht so weit aus, einfach hin mit Bus 55 und rechtzeitig aussteigen, hörte sich ja nicht schwer an.
Also rein, 2 Yuan bezahlen und abwarten. Nun, da Nicole von sich behauptete besser Kartenlesen zu können und auch den Reiseführer besaß und meinte, es sei nicht mehr weit, stiegen wir nach vier Haltestellen aus um das restliche Stückchen zu laufen.
Das Stückchen stellte sich als verdammt lang heraus. Wir wuselten durch zahlreiche Baustellen und durch baufällige Straßen, vorbei an baufälligen Häusern und schäbigen, ärmeren Gassen, an einem monströsen Buchladen vorbei. Langsam kamen wir der Stadt näher, aber es dauerte scheinbar ewig. Die Busse fuhren ja ständig vorbei, nur waren wir überzeugt: Da, gleich hinter der nächsten Ecke ist die Nanjing Rd!
Letztendlich dauerte es 3 Stunden, und wir schworen uns, so einen Trip nicht wieder zu machen. Wir erreichten eine stark befahrene Brücke, alles im Stadtplan rumblättern nutzte nichts- wir mussten rüber.
Meine Höhenangst freute sich- ich mich nicht.
Langsam ging es rüber und zahlreiche Leute machten Fotos- und da fanden wir uns langsam zurrecht, denn unweit war die Skyline zu erkennen, was bedeutete, dass auch der Bund nicht weit sein konnte. War er auch nicht, wir erreichten ihn wenig später am anderen Ende der Brücke.
Der Bund verläuft direkt am Huangpu und ist großteils mit Holzdielen gepflastert, erst viel weiter südlich gibt es polierte Steinplatten.
Uns begrüßte erstmal das expensive Bundrestaurant sowie eine Art Obelisk. Natürlich liefen überall Toruisten aller Arten, auch inner-chinesische, herum. Ferne fiel auf, dass Armeen von rechrt großen, goldenen oder grünen Libellen herumflogen und das ein oder andere Sturzflugmanöver einübten.
Dazu kamen die Finken und Spatzenartigen, welche man in Shanghai öfter antrifft, und die man nur am Schnabel unterscheiden kann.
Es wurden sehr viele, postkkartenreife Fotos geschossen, doch am Ende waren wir die Attraktion und wurden von zwei Mädels und einem Typen gebeten, doch für einige Fotos zu posieren. Na hoffentlich landen die nicht irgendwo wild im Internet, kam später dann aber noch öfter vor.
Also weiter gings, Fotos schießen, vorbei an komplett in orange eingekleideten Schulklassen, richtung Süden.
Dort fanden wir dann auch endlich entgegen aller Erwartungen doch noch die Nanjing Rd.
Diese war allerdings nicht so begeisternd wie erwartet,denn ihr Eingang war sehr eng, laut und als erstes wird man von einem Sexshop/Puff o.ä. begrüßt. Hat man sich aber erstmal über enge Fußwege an den Autos und Passanten vorbeigekämpft und die nicht norhandene Straßenverkehrsordnung an den Kreuzungen überlebt, öffnet sich eine extrem breite, polierte Dußgängerzone mit lustigen Bronzefiguren und Bimmelbahnen in beide Richtungen. Zweischendurch kann man das Obst der Saison bei den Straßenhändern kkaufen. Pfirsiche, Lotosfrüchte, Shanzhu, Wachsbeeren, Granatäpfel... nicht immer die billigsten, dafür aber extrem frisch, und man hat den Vorteil, vorher probieren zu dürfen. Eigentlich hatten wir größere Bookstores gesucht, denn unser Leseproviant hatte sich schon der ersten Woche extrem minimiert, doch auf der Straße fanden wir sie nicht. Wir nahmen mit einem anderen vorlieb, der auch eine kleine Fremdsprachenabteilung hatte, vor allem klassische englische Literatur. Diese kostete bei einem Spezialverlag nur 20 Yuan pro Buch, ca. 2 Euro also.
Danach fuhren wir mit dem Bus richtung Universität, doch an der vorletzten Haltestelle mussten wir aussteigen, da Nicoles Kreislauf den Abgang machte. Zuviel zugemutet und zu wenig getrunken, aber wer hört schon auf mich? Wir liegen den Rest des Weges zum Hotel.
Dienstag, 14. August 2007, 11. Tag
Wir hatten uns mit Nina und Jenny verabredet um das SHanghai Aquarium-Irgendwas aufzusuchen. Einen guten Ruf hatte es ja nicht, einige Kommilitonen waren kurz zuvor dort gewesen und berichteten von toten Fischen und ähnlichem. Nach den Erlebnissen im Wu-Mai (so ne Art Walmart auf Chinesisch, aber nicht der echte, den es auch gab), wo Aale, Schildkröten, Ochsenfrösche und vor allem kieloben schwimmende Fische in den "Frisch"Fischaquarien schwammen, konnte ich mir das lebhaft vorstellen.
Wir fuhren mit dem Bus richtung Nanjing Rd, doch die Verbindung rüber zum Center von Pu Dong ist immer etwas knifflig. Die einfachste Methode ist der Sightseeingtunnel, der aber für einen Weg schon 35 Yuan kostet. War ein ganz hübsches Teil. Man wurde in eine Kapsel mit vollen vier Sitzmöglichkeiten gefercht und war froh, wenn nicht zuviel Betrieb war. Der Tunnel bestand aus Lichteffekten und passender Musik, die unter irgendein Thema gestellt waren. Niedlich und die blinkenden Lichte rerinnerten an den Meteoriten oder die Wasserbahn im ehemaligen Movie World. Auf beiden Seiten gab es natürlich unterirdische Basare.
Oben wieder angekommen wurden die 15785.en Fotos vom New Oriental Pearl Tower gemacht und sich dann richtung Aquarium orientiert. Der Eintritt war mit 120 Yuan verdammt saftig.
Drinnen musste man sich mit den ganzen Rolltreppen erstmal zurrecht finden, aber irgendwie entdeckten wir den Anfang. Dort war die Hauptattraktion ein wirklich hüberscher, kleiner Tiefseefisch mit langen Stielflossen, der wild in seinem mickrigen Gefängnis zappelte, das einfach aus einem Glaskasten bestand. Vibrations- und Blitzlichtempfindlich... natürlich hielt sich niemand dran. Ferne gab es auch noch diverse Fische des Amazonas zu betrachten, die in Massen zusammengefügt waren, einige in extra Reusen, damit sie sich nicht gegenseitig auffraßen.
Nächster Punkt war die Haiabteilung inklusive Klassenraum, denn Ziel der Ausstellung war es, den Haifang zu stoppen. Sehr seltsam, dieses wirklich dreckige und verschwenderische Land, in einem Aquarium, dass von Artgerechter Haltung noch nichtmal in Büchern gelesen hat, interessierte sich für Haie.
Es gab dann eine Wand voll Kästen mit Miniarten von Haien und im selben Raum auch einen Katzenhai-Streichelzoo mit dem einen oder anderen Haibaby. Ja, Streichelzoo, richtig gelésen.
Es ging weiter zu den tropischen Fischen und einigen Fröschen, in so kleinen Aquarien, dass man sich fragte, wie die Tiere überhaupt überlebten oder ob statt des Wassers einfach die Tiere täglich gewechselt wurden.
Langsam fingen die chinesischen Kinder an, einem auf den Keks zu gehen. Rumrennen und Kreischen ist man von Kindern ja gewöhnt, aber diese klopften penetrant an JEDE Scheibe. Zudem gab es zu meiner Verwunderung halbhohe, offene Becken mit dem Schild "Ins Wasser tatschen verboten" dran. Was taten die Kids? Natürlich wie wild ins Wasser schlagen. Keine Ahnung, welcher Sinn mit dieser Art Becken verfolgt wurde, vielleicht hoffte man, ein Kind fiele von Zeit zu Zeit hinein und man könnte sich das Füttern sparen.
Ein ausgestopftes Krokodil gab es auch, und darunter ganz unmerksam im dunkeln zwei mini-Becken mit diversen Schildkröten. Es war wirklich keine Sache des Platzmangels, denn Platz gab es rund herum mehr als genug. Ein paar ausgestopfte Fische folgten, Robben udn Pinguine in viel zu kleinen Quartieren und noch einige Tripenfische und Reptilien, die grad billig zu haben waren und sonst nirgendwo reinpassten. Attraktionn waren Krabben der Gattung maximus kaempferii (Originalname!), Seepferde und Urzeitpanzerkrebse. Dann ging es in den berühmten Meerestunnel, der auch wirklich toll war, wenn auch viel zu überfüllt mit Haien, Rochen und Schildkröten. Riesige Schildkröten. eine hatte sich zwischen zwei Felsen verkantet und war am ersticken, aber natürlich kam niemand um diese swertvolle Tier zu retten. Das ist China.
Nach Fischschwärmen udn Quallen wurden wir direkt in den Souveniershop geleitet. Dort gab es mit Abstand die wohl niedlichten Plüschtiere überhaupt, ist man von chinesischer Ware gar nicht gewohnt. Ich entschied mich für einen Hermelin und uns allen hatte es das Maskottchen des Aquariums, ein fieser Teenie-Kugelfisch, angetan. Quietschorange, superweich und kuschlig, nur extrem groß.
Auch hier gab es wieder ein Goodie zum Eintritt, diesmal ein rotes Katzenauge und 50% Rabatt im Schmuckladen.
Danach zog es uns zum Futtern in die Super Brand Mall, wo es neben etwaigen Restaurants auf diversen Etagen auch eine Etage nur mit Fressmöglichkeiten ga. Um Nicole glücklich zu machen, setzen wir uns ins thailändische Restaurant, das ganz gut, wenn auch etwas Sparsam war. Mit dem Taxi ging es zurück, nachdem wir auf der Promenade bunte Schiffe bei Nacht fotografierten. Zum Busfahren hatten wir nämlich keinen Nerv mehr.
Donnerstag, 16. August 2007, 13. Tag
Nach weiterer ausführlicher Kartenkunde, fanden wir heraus, wo die gesuchten Buchläden eigentlich lagen- nämlich auf der Fuzhou Rd, einer Parallelstraße der Nanjing. Also hatten wir vor in den Foreign languages Bookstore zu gehen oder in die berühmte, siebenstöckige Book City, je nachdem, was wir vorher finden würden.
Die Fuzhou war glücklicherweise nicht gar so überfüllt wie die Nanjing, wenn immernoch recht voll; auch die immer enger werdenden Gehsteige machten das vorankommen nicht einfacher. Gut für die Ladenbesitzer, denn um auszuweichen und nicht plattgefahren oder getrampelt zu werdedn musste man schonmal durch die offene Ladentür springen. Hier gab es auch schon eher moderate Innenstadtpreise. Im Gegensatz zur Nanjing Rd. die sich vor allem durch internationale Restaurants, Boutiquen und auf Touristen ausgerichtete Shops auszeichnet, besteht die Fuzhou vor allem aus mittleren Geschäften, Banken und Supermärkten. Unter anderem steht ort auch ein Zentrum für chinesische Kultur herum. Als wir nach vielen Straßen, die teilweise noch im Aufbauzustand waren, noch unser Ziel erreichten bei der Hausnummer 390 (Foreign Languages Bookstore), hatten wir eine gute Strecke hinter uns. Zur Information: Es ging irgendwo bei Nummer 19 los.
Dort wimmelte es dann aber auch vor Buchläden, teilweise direkt nebeneinander platziert. wie so viele Läden gleicher Klientel so überleben konnten, war und ist mir ein Rätsel. Wir gingen dann erstmal rein.
Schön, endlich Klimaanlage, vorne böse aussehene Wachleute und eine umzillion hilfsbereiter Servicekräfte.
DAVON kann man in Deutschland nur träumen.
Nach dem ersten Durchwühlen durch klassische englische Literatur, die man in China massig hinterhergeworfen bekommt, suchte ich mir die Englischstudentin unter den Servicekräften und ließ sie mir erstmal ein paar brauchbare Wörterbücher suchen. Ferner versuchte sie mir, eine Chinesischsoftware anzudrehen, die wirklich gut und sinnvoll schien, mit 600 Yuan aber außerhalb meines Budgets lag. Dann fand ich die chinesische Kulturecke und beschloss, den Laden aufzukaufen um mich im Bus zu Tode zu schleppen.
Diesmal war ich es, die im BUs ein Haltestelle vor Schluss schlapp machte. Weniger durch Wassermangel als durch das ständige Arm-hoch-halten, dass mein Kreislauf einfach nicht mitmachte. Eigentlich komisch, die Haltestangen so weit oben anzubringen, die meisten Chinesen sind ja klein.
Dies zeigte sich auch bei einem späteren Rückweg. Kurz vorm Wu Mai, lange unsere Nahrungsquelle, befand sich ein Hotel. Ein Zwergchinese, der sogar mir nur knapp bis zur Schulter reichte, zeige sich von meiner Oberweite recht eindeutig begeistert, worauf mich Nicole allerdings erst aufmerksam machen musste. man gewohnt sich halt dran, angestarrt zu werden.
Bei unseren nächsten Besuchen im FL-Bookstore erkunden wir auch die anderen drei Stockwerke. des Ladens. Eundrucksvoll voll. Vor allem der dritte Stock gefiel mir, da dieser völlig der Kunst gewidmet war. Zwar musste ich lange nach einem Buch suchen, dass auch wirklich nur chinesische Landschaftsmalerei, und zwar reichlich davon, enthielt, doch ich fand eins und dazu auch noch Modell- und Skizzenbücher. Auch Nicole war begeistert vom Kalligraphieregal und kaufte eine Lehrblockreihe auf.
Der oberste Stock enthielt eine Japan- und eine Kinderabteilung, Businessregale und dazwischen alle mögliche. Unter anderem die selben Bücher, die es auch im 1. Stock (chin = Erdgeschoss) gab, nur 100 Yuan (10 €) teurer. Aber es gab auch ein weiteres Kulturregal, dass ich interessant fand, aber mit teilweise 79 Euro pro 55 Seiten etwas teuer. Dinge, die ich mir mal über Ebay besorgen muss, sind Bücher wie "Crossdressing in the Peking Opera" oder "Anthology of Chinese Literature Part 1: Ancient Time Till Tang-Dynasty" (habe ich mir mittlerweile besorgt), welches aufgrund seines Umfangs besitzenswert aussah und lustigerweise immer noch günstiger war, als so einige wesentlich dünnere Werke des Themas.