Freitag, 24. August 2007, 21. Tag
An diesem Tag wollten wir mit Nina und Jenny direkt nach der Uni zum Shanghai-Museum. Der Weg klang, wie immer, einfacherals er war. Man nehme die 55 von der Uni aus, fahre zur Nanjing Rd und laufe zum Peoples Square (Renmin Guangchang) bis man da ist. Ja toll.
Wir liegen also an einem der heißesten Tage die Nanjing hinunter, in neuste Sphären, bis zum jüngsten Tag- oder so kam es mir vor, als wir dann immerhin mal den Peoples Square erreichten.
Da wir aber nicht wussten, wo die Unterführungen hinführten, liefen wir oben her.
Irgendwann sahen wir das Museum im eigenwilligen Architekturstil aus der ferne und liefen über eine engere Straße voll mit Spießküchen. WO vorher die Lookie-Lookie-Cheapa-Cheapa, wanna buia Rolleks?- Typen nervten, übernahmen jetzt die Minihändler mit ihren Gummipüppchen und wiederauferstehenden zermatschbaren Schweinchen. Kurz darauf erreichten wir einen idyllischen Minipark und stürzten uns auf die letzte im Schatten gelegene Bank. Und das 100 meter Luftlinie vom Museum entfernt.
Unsere XXL Flaschen (600 ml= waren schon leer und wir haben sie einem Flaschensammler, der aussah, als könne er sie gebrauchen.
Ich weiß allerdings nicht genau, was er damit anstellte, dennn sowas wie Pfand gibt es zumindest in Shanghai nicht. Nach etwas verschnaufen und zig Fotos by Nicole machten wir uns auf ins Museum.
Erfreulicherweise wurden unsere Studentenausweise anerkannt, wodurch wir nur 5 Yuan statt 20 zahlen mussten. Sehr schön. Ausstellungen gab es zu der Zeit keine, also deckten wir uns mit Infozetteln zu den Gallerien ein, die es neben Chinesisch und Japanisch auch auf Englisch gab. Die einzige englische Führung hatten wir allerdings verpasst, die fand um 10:30 Uhr statt, wer hat da denn bitteschön Zeit?!
Also, erste Station Bronzen der Antike. Wirklich faszinierend, mal abgesehen von den 1001-Teebechern, die alle gleich aussahen. Interessant fand ich die Streitaxt am Eingang, da man so grobschlächtiges Später bei chinesischen Waffen selten findet. Ferne die Kessel mit hineinlugenden Tiergriffen, die sehr an die aztekischen Jaguartöpfe erinnern und Wasserkessel, in denen sich zig klene Tierfiguren befanden. Auch das Glockenspiel eines alten Königs, dass per Audioanlage beim Ausstellungsstück eingespielt wurde, klang wunderschön. Am Ausgang befanden sich mehr oder weniger petrifizierte Trommeln mit Fröschen dran. Wer immer sie schuf, hatte sein Lebtag lang keinen Frosch gesehen.
Die nächste Station waren Skulpturen aller Arten, vor allem aber buddhistischer und eine handvoll Könige. Von Gold, Jade, über Holz bis Stein alles vorhanden, aber gut überschaubar. Neben Buddha Shakyamuni nahmen vor allem Wächterstatuen den meisten Platz ein. An einer Stelle zeichnete ein älterer Künstler eine Statue ab. Unglaublich, mit welcher Akkuratheit und Genauigkeit und Detailtreue in einer bemerkenswerten Geschwindigkeit. Ich war richtig neidisch, habe aber gerne eine Weile zugeschaut.
Das Prunkstück war en bemalter Holzbuddha aus einem der Klöster.
Darauf ging es in die Keramiksammlung. Nicht grade mein Ding, aber nett anzusehen, vor allem die Maltechnik der Fische machte sich gut. Drachen sahen auf vielen Tellern aber einfach albern aus und waren fast schon cartoonartig. Die Kalligraphieabteilung war dann Nicoles Reportroire. Ich finde Schriftzeichen zwar auch schön und male sie gerne mit dem Pinsel, doch ich bin dann eher der Bildertyp und so lange ich die Texte nicht lesen kann, sind sie für mich nur halb so wertvoll.
Nicole allerdings machte sich ein Video der Ausstellung, was man ihr als Kunst anrechnun muss, da man quasi an den Scheiben kleben musste, bevor mal das Licht anging.
Darauf ging es an die Siegel. Eine wirklich interessante Sammlung in der Siegel selbst wie auch Stempel ihre Schönheiten hatten. Am besten gefielen mir vier winzige goldene Löwen und fast alles aus Jade. Interessant war ein Stempel, dessen Zierde zwei sich paarende Schildkröten oder Meerscweinchen ;) waren. Danach war erstmal Pause und wir setzten uns ins Café um etwas zu trinken undn extrem leckere Törtchen zu genießen. Getrunken habe ich einen Eiskaffee mit Lavazza, da hätte Sigi geguckt...
Aber für chinesische Verhältnisse im Museum natürlich sehr teuer.
Nach dem Essen verschlug es uns in eine Bildergallerie, woe ich auch prompt fast eine Stunde kleben blieb.
Doch es gab einfach unglaublich viel zu sehen und die meisten Bilder waren wunderschön. Der extreme Detailreichtum der chinesischen Landschaftsmalerei verlangt einfach Zeit, um alles genau zu entdecken udn zu erfassen um es wirklich zu genießen. Da kann man nicht rennen, da muss man sich drauf einlassen!
Leider war ichd ann gezwungen durch die restlichen Ausstellungen zu rennen. Viel bekam ich noch von der Münzsammlung mit. Riesig! Ich muss mehr Fotos machen, grade die fremdländischen, römischen und byzantinischen Münzen waren scön. Ein Paradies für meinen Onkel. Danach bekam ich noch ein paar Möbel und Kleidung der Minderheiten mit, für die Jade reichte es nicht mehr, da das Museum schloss. Museen schließen in China mit 16:30 eh sehr zeitig. Wir konnten aber noch in den Shop, der war echt gefährlich voller guter Bücher. Endlich fand ich was ich suchte: Mythen übersetyt und chinesische Literatur, von der ich bisher nur wusste, dass sie gut war- Journey to West und Freams of the Red Mansions, von der ich nicht nur die Kompilation, sondern nun auch das 4 Bändige Gesamtwerk und eine 36 teilige Fernsehserie besitze, herzlichen Dank, Herr Findeisen! (Wie immer Schuld an allem).
Dort wurden auch noch rausgeschmissen und suchten uns ein Taxi um mit schmerzenden Füßen dorthin zu fahren, was man aus Gewohnheit "heim" nannte.
Notiz des Tages: Immer schön zwei Packungen Ersatzbatterien haben!
Samstag, 25. August 2007, 22. Tag
Heute Großreise, wir hatten die grottendämliche Idee, uns am Suzhou-Feldzug zu beteiligen. Das hieß nach Hauptfeldwebel Kristina: Morgenappell um 5 Uhr, wie in einer anständigen Kaserne. Für Nicole und mich hieß das: Zapfenstreich um 21 Uhr. Aber natürlich konnten wir Nachteulen nicht sofort einschlafen. Dafür mussten wir um 4 Uhr morgens aufstehen, um irendwie rechtzeitig wach zu sein.
Trotz der normalen 6-7 Stunden Schlaf fühlten uns extrem erschlagen und watschelten im Wachkoma zur Haltestelle, um mit dem ersten Bus zum Hauptbahnhof zu fahren. Dieser war so schnell so stark überfüllt, dass man auch beim Umfallen nicht umfallen würde. Und Luft bekam man nur in Tüten.
Endlich beim Bahnhof angekommen, wurden letzte Tickets (25 Yuan) verteilt, denn in den Bahnhof kam man nur, wenn man ein Ticket hatte. Auch sonst ging es zu wie am Flughafen.
Kaum war man drin, musste man die Tasche röntgen lassen. Ich frage mich, ob meine Tabletten bei der Strahlendosis überhaupt noch wirken. Dann mit Rolltreppen weiter und in eine riesige Wartehalle mit mehreren Gates und unendlich langen, langsam schleichenden Schlangen. Dort hindurch dann zum passenden Gleis, der beinahe unterträglich nach Exkrementen roch.
Wir fuhren mit einem schnelleren, nett eignerichteten Zug und erreichten Suzhou nach ca. 45-55 Minuten. Während der Fahrt wurden wir vom Catering und von irgendwelchen Verkäufern genervt, die lauthals ihre Taschenlampen anpriesen, die auch noch Lärm machen konnten, toll!
Erstmal aus dem Bahnhof raus. Dann die Diskussion: Früh oder spät zurück? Denn man wollte jetzt Karten kaufen, damit sie abends nicht vergriffen waren.
Ich sagte ja gleich, dass an diesem heißen Tag bei so viel herumgerenne, es eventuelle klüger sei sich auf Erschöpfung einzustellen und früher zurückzukehrren. Gegen 21 Uhr zurück zu sein fand ich gut, vor allem weil ich den Anruf meiner Eltern noch erwischen würde. Wie immer härte niemand auf mich, falls sie mich überhaupt hörten. Jedenfalls löste sich die früher-fahr-Fraktion plötzlich in Nichts auf und es wurden Tickets für halb 22 Uhr gekauft, viel Wahl hatte ich nicht, denn alleine Reisen war mir doch etwas zu gefährlich.
Wir, die draussen warteten, wurden von allen Seiten angelabert und man versuchte uns energisch wieder mit dem Bus nach Shanghai zurück zu schaffen. Denn wenn alle Sitzplätze besetzt sind, war der Bus ja noch nicht voll genug.
Dann gings los und unser erster Sight war ein Tempel (der ewigen Schuld), der Bao'se si Tempel, der für die Nordtempelpagode berühmt war. Eintritt 25 Yuan unter Addition evtl. Ausgaben an die Bettler, die den Eingang belagerten.
Das Ambiente war harmonisch, ein schöner Vorplatz, wenn auch an der Seite mit den üblichen Tempelläden bestückt. Immerhin war ein guter Fotostand dabei, wo ich Batterien und eine größere Speicherkarte besorgen konnte. Auf dem großen Plateau war eine dicke Buddha-Statue, hinter der nochmal eine Kriegerstatue stand. Mehr lenkten mich aber die verdammt süßen Aschenbecher/Mülleimer in Tempellöwenform ab, deren Mäuler die Öffnungen darstellten.
Viel zu niedlich um sie mit Müll zu füttern.
Zentrum war natürlich die Nordtempelpagode. Äußerlich wie jede andere Pagode buddhistisch-gelb gestrichen mit chinesischen Dächern geschmückt, an deren Ecken typische rote Laternen und Lampignons hingen. Innen war der Fuß karg aber geräumig eingerichtet. Im Zentrum eine schwarze Buddha-Shakyamuni Statue, meditierend.
An jeder Seite war ein Fenster eingelassen durch dass man sie shen konnte, doch am besten natürlich von vorne. Kurz dachte ich daran hochzusteigen, doch die engen, steilen Rotholztreppen reichen mir schon und 9 Stockwerke hörten sich für mich Acrophobikerin auch nicht verlockend an. Diese Entscheidung bereuhte ich nicht, denn der Augstieg war, wie mir erzählt wurde, beschwerlich, die Absperrung luft und der Ausblick auf eine Betonlandschaft nicht berauschend.
Ich sah mich also lieber unten um, dort gab es einen Bücherstand zum Tempel, nur leider komplett auf Chinesisch, und so toll ist meines nun auch wieder nicht. Ich kaufte mir allerdings eine CD mit den Liedern, die dort die ganze Zeit liefen (wer will schon selber singen?) und nicht nur schön sondern auch entspannend waren, zumindest für mich. Die Umgebung war daran auch nicht unschuldig. Da ich die Selbstschläge mit Reisigzweigen der Tempelgänger nicht ohne auto-suggestives Jucken ertragen konnte, widmete ich mein Interesse für eine ganze Weile einer Gruppe Seniorinnen, die erste Taiji-Übungen vollführten. Dabei versuchte ein älterer Herr sich verzweifelt mit mir zu unterhalten, ich hätte es ja gerne getan- doch ich verstand ihn einfach nicht. Frustriert gab ernach dem 6. "Bu ting dao!" auf und es tat mir sehr leid, denn ich unterhalte mich gerne mit älteren Menschen, da man von ihnen viel lernen kann.
Als dann die ersten aus der Pagode wieder raustrotteten begann die Erforschung des restlichen Areals. Hinter der Pagode befanden sich Gebäude und der 7. Getränkeshop, dem gegenüber der klassische Vorhof und ein offenes, etwas wie ein Schrank erinnerndes Gebäude in dem die lokale Statue saß.
Rechts ging es in den Garten, links war dort wie immer ein Teich und rechts ein steiniges Areal mit Naturtreppen.
Wir gingen weiter grade aus dun mussten zu meinem Unmut über drei wacklige Steine den Fluss überqueren, ich sah mich schon im Wasser liegen.
Auf der anderen Seite lag eine Teebar, die auch sonst alles verkaufte, was man chinesisch nennen kann. Dort war ein großer See mit allerlei Fischen, auch Schildkröten. Anbei sei gesagt, dass Schildkröten schrecklich eitle Tiere sind, die sich nicht ohne Make-Up ablichten lassen wollen. Wie sonst könnte man sich sonst erklären, dass die Rotwangen ewig an der Oberfläche trieben, doch sobald man den Fotoapparat auf sie richtete, abtauchten und das blitzschnell?
Dies frustrierte vor allem Schildkrötenfreundin Jenny und mich.
Dennoch wanderten wir einmal um den See herum und stiegen dann auf die Felsen um in einem kleinen Pavillion Pause zu machen. Nach dem Besuch im Tempel trennten sich dei Gruppen auf, die einen wollten in den lokalen großen Garten und die anderen, zudenen auch ich zählte, ins Seidenmuseum.
Das Museum war versteckt und auch eher eine lokale Kaffeefahrt, aber wenigstens bekamen wir mal einen Führer, der Englisch konnte.
Von diesem wurden durch die Produktionsstationen geführt, sowie in den Verkaufsbereich von Bettwäsche, die wir auch alle bewunderten, aber auch eben so weit außerhalb des Finanzierbaren empfanden. Später folgte der Kleidungsbereich. Ein ähnliches Bild, wunderschöne Dinge im Verhältnis zu westlichen Preisen extrem erschwinglich, doch der Student ist per Definition eher wenig betucht. ich fand im Außenbereich kurz vorm Ausgang dann doch noch etwas: Seidenpantoffeln! In den schönsten Farben und herrlich weich. Ich entschied mich für dunkelgründe und bin bisher sehr glücklich mit ihnen.
Nache iner Verschnaufspause in der Bar machen wir uns auf die Suche nach etwas essbarem. Auf diesem Wege fanden wir die Jungs wieder, denen der große Garten einfach zu teuer gewesen war. Wir einigten uns darauf etwas zu essen und dann auf die Suche nach den Bootstouren zu gehen. Doch tatsächlich endete das in planlosem Herumgelaufe, wo jeder dem anderen folgte und niemand bereit war, Verantwortung zu übernehmen, festzulegen, wo es hinging. Die Diskussion in praller Mittagssonne dauerte ihre Zeit. Ich habe mitgezählt, wir liefen an 9 größeren chinesischen Restaurants vorbei und an 10 weiteren kleinen. Und wo ging es nach diesem Gewaltmarsch hin? Richtig, zu Mäcces. Ich, der ich sowieso ein riesiger Freund dieser verfickten Fast Food Kette bin, als deren Dauerkunde ich lange und ganz haltlos beschimpft wurde, bin NATÜRLICH nach CHINA gefahren um bei einer AMERIKANISCHEN Fast Food Kette Hühnchen zu essen!
Gott, wie ich europäische Touristen hasse.
Immerhin, wir verabredeten uns, dass die Gruppen sich am Mäcces wieder treffen würden und zogen unserer Wege. meiner führte zu einem Tempel, allerdings war weder ich noch die mir bekannten Mitglieder der Gruppe wirklich im Tempel. Rundherum war ein monströser Basar, wo man echt gut handeln konnte. Dort erstand ich ein paar schöne Dnge wie u.a. ein Samttuch, so wie ich es im Seidenmuseum sah, nur 300Yuan billiger.
Auch Nicole begann mit dem Handeln und konnte einen Seidenschalt deutlich runterhandeln. Auf dem Rückweg gingen wir an einem Lebensmittelladen, der auch eine Teetheke besaß, vorbei. Dort sah ich sie... klein, länglich, leuchtend rot... Gouji Beeren! (Auch als gemeine Wolfsbeere bekannt).
Und welch ein Preis! Für 250 Gramm zahlte ich nur 14 Yuan, 1.40€. Zum Vergleich, 20 g, man beachte die fehlende Null, Gouji-Beeren fürs Müsli kosten in Deutschland schon 1,70€!
Zudem brauchte es bei der Hitze unbedingt noch einen leckeren Fruchtsmoothie für 6 Yuan, ohne Milch! Yess.
Dann hatte ich eine nette Diskussion mit Nina, die aus irgendeinem Grunde mein Sonnenschirm störte.
Das sei ja "lächerlich" und die Chinesinnen würden ja NUR damit herumlaufen um blass zu bleiben. Tja, scheinar läuft die gute Frau mit Scheuklappen auf den Augn herum, dennn nicht nur laufen auch Männer, sondern auch tiefgebräunte Chinesen mit Schirm rum. Bei Wettter wie diesem, vor allem in der Mittagshitze, ist es das einzig hirnvolle, dass man tun kann. Aber mit Logik hat sie es scheinbar eh nicht, sonst hätte sich ihr sicherlich erschlossen, dass eine Cappie nicht vor Sonnenbrand im Gesicht, im Delkoltee oder sonst wo außer auf dem Kopf schützt. Wie war das? "Aber niemand hört auf mich"? Ich leider selbst auch nicht wie sich herausstellen sollte.
Nachdem wir alle wieder in der gleißenden Sonne vorm Mäcces eingetroffen waren, wollten wir wirklich Bootsfahren. Dazu mussten wir allerdings ein ganzes Stück zurück. Und noch weiter, denn wo genau wusste natürlich niemand und wir liefen und liefen quer durch dei Stadt, die Sonne im Nacken... und ich blöde Kuh schämte mich plötzlich für meinen Sonnenschirm und spannte ihn nicht auf. DENG!
Der Weg war beschwerlich, vor allem der letzte Teil, der quasi im Aufbau/Umbau stand und im Anspruch einer Bergtour glich. Dazu die halb zerfallenen Gassen und Häuser der ärmeren Viertel und anbei ein vollkommen unabgesicherter Kanal!
Beid er Strecke und meiner angeborenen Fallsucht fühlte ich mich totaaaaal sicher- und die Füße taten auch schon weh.
Der Weg führte uns zum Garten der "wieder zusammengeführten Paare", der eigentlich auf Deutsch komplett anders hieß. An dem ersten gingen wir vorbei, doch dann gerieten wir an Wegelagerer.... der einzige Weg weiter, um nicht den kompletten Weg wieder zurückgehen zu müssen entgegen der Sonne, führte durch den zweiten Garten. Da unsere Gruppe, sprich Nina, Jenny, Roxana und Nicole echt keinen Schnuff mehr hatten, bezahlten wri den Wegezoll und gingen weiter durch den Garten, während er Rest weiter (und viel später wohl auch erfolgreich= nach einer Bootsfahrtmöglichkeit suchte. Wir gingen möglichst gradlinig durch den Park, was wir sahen war aber sehr hübsch und auch die Katzenfreunde wurden mit kleinen Kätzchen erfreut.
Wir kamen zu einem großen Fluss, der übebrückt war, die Brücke aber viiiiiel zu voll. Dort war ein riesiges Lotusfeld- wunderschön!
Ich wusste gar nicht, dass Lotusblüten so riesig sind. Zudem konnte man sehen, dass vor kurzem die Lotuswurzeln abgeerntet wurden, die hingen nämlich getrocknet und geteilt an der Oberfläche rum. Also erstmal Fotosession, doch da waren wir nicht die einzigen. Im ganzen Park liefen Fotografen und Stylisten mit diversen gefaketen Brautpaaren rum und lichteten sie ab.
Am Ende des Gartens gab esnoch einen Too, doch das, was man vom Weg aus sah, reichte schon. Die afrikanischen Spießböcke hatten mit 20m² noch richtig Platz...
Wir also raus und uns zwei Taxis zum Hauptbahnhof gerufen. Der Grundpreis war gleich einen Yuan günstiger als in Shanghai, also 10 Yuan und wir zahlten insgesamt 11 Yuan für die Strecke.
Hätten wa mal auf mich gehört, hätten wir 25 Yuan gespart bzw. hätte ich mich mal durchgesetzt. Wir bekamen aber glücklicherweise noch Karten für den früheren Zug. Also wieder "einchecken". Die Zeit in der Wartehalle war ewig lang oder kam einem so vor, weil uns allen die Füße schmerzten. Wir wurdenauch erst kurz bevor der Zug eigentlich fahren sollte eingelassen. Dieser hatte auhc rund 5 Minuten verspätung.
Was soll's, was da kam war ein ICE Verschnitt, aber nicht so hässliche Teile wie in Deutschland, neiiiin, die waren richtig modern, die Sitze bequem und... unendliche Beinfreiheit! Und Ruhe, darauf wurde dort streng geachtet. Ruhe ist in China nunmal ein Luxusgut. Geruchsbelästigung war erträglich, auch wenn wir nahe den Toiletten saßen. Am Anzeiger für Uhrzeit und Zielort erschien jedes Mal, wenn die Spülung betätigt wurde, der Satz "Here it comes!" soviel Humor hätte ich den Chinesen gar nicht zugetraut.
Dieser Schnellzug fuhr im Gegensatz zu Deutschen ICE auch wirklich schnell und wir kamen schnell heim. Dort standen wir jedoch vor dem problem, den richtigen Bus zu finden, und entnervt waren wir auch irgendwie. Da half es wirklich nicht, dass ein parkender Bus neben uns plötzlich hupte und mir bald einen Hörsturzt, aber auf jeden Fall kräftiges Ohrklingeln beschehrte. Schließlich nahmen wir ein Taxis aus der Taxistation. Roxana war total panisch, dass sie sonstwo rumfaren würden, vor allem als die zwei Fahrer sich an einer Ampel unterhielten. Es war allerdings gut zu hören,d ass die Fahrerin unseren Fahrer anschauzte, weil er sich falsch eingeordnet hatte.
Ich kenne zwar das chinesische Wort für "Idiot" nicht, aber ich bin mir sicher, dass es öfter fiel.
ENdlich im Hotel. Endlich Duschen. Ich war komplett verbrannt, krebsrot. Aus den Klamotten zu kommen war nicht einfach, das Duschen auch nicht, und dann erstmal kräftig After-Sun Lotion drauf. Dennoch hatte ich dann zwei Wochen was davon und nur die Arme wurden braun, der Rest blieb rosa rot, aber glücklerweise nicht krebsrot. Nina war allerdings auch ziemlich verbrannt, da hat das Cappie ja totaaaaaal geholfen, aber Sonnenschirme sind ja doof.... wenigstens bekam ich den Anruf meiner Eltern noch.
Notiz des Tages: Nicht belabern lassen und en Schirm aufspannen, wann immer es richtig erscheint.
no subject
Date: 10 Nov 2007 20:44 (UTC)From:Ich finde es bisher wirklich interessant zu lesen, vor allem da mein Bruder derzeit sein Praktikum in Shanghai macht und nicht halb so detailliert erzählt, was er so erlebt.
Ein bißchen machen mir aber die Leute Angst, die Touristen übers Ohr hauen. Ich bin ja generell so extremst schlecht und schüchtern, was feilschen angeht, und wenn dann noch ein Taxifahrer versuchen würde mich mitten auf der Autobahn zu erpressen, von Wegelagerern ganz zu schweigen... Autsch! Ich habe zwar vor nächstes Jahr meinen Bruder in China zu besuchen, aber ich glaube ich werde ihm keinen Schritt von der Seite weichen, vor allem da ich ja wirklich kein Wort Chinesisch spreche oder verstehe. Immerhin lesen kann ich vermutlich einiges, zumindest sollte es reichen um mich einigermaßen orientieren zu können. Hoffe ich.
Den Kitsch finde ich irgendwie witzig (so lange ich ihn nicht kaufen muss)... die verachtende Haltung Tieren gegenüber weniger, und dabei bin ich keine militante Tierschützerin. Und YAY für den Geruch, das klingt lecker! Und das bei meiner empfindlichen Nase...;>_>
So, ich schreibe hier nur kurz meinen Kommentar hin, weil ich erst morgen dazu komme weiterzulesen bzw. deine email zu beantworten, ich muss noch dringend etwas erledigen bevor ich nachher früh ins Bett falle. *gääähn*
Bis denn
Nightie
no subject
Date: 11 Nov 2007 13:55 (UTC)From:Und was das Feilschen angeht... es ist gut wenn man Vergleichspreise hat. Zum Beispiel würdest du ja in D auch keine 64 € für ein Schachspiel bezahlen, ne? Also wären 640 Yuan zuviel. Naja, was auch immer man erlebt: NACH China KANN man feilschen.
Und zu den Taxis.. im Themenrückblick hab ich da noch ein paar Tipps ^^ Auf jeden Fall außen auf die Preisliste schauen, ein Kilometer darf eigentlich nicht mehr als 11 Yuan (1,10€) kosten, sind ja staatliche Taxis, und da die Taxifahrer nie wirklich Englisch können, immer das Ziel per Zettel in Schriftzeichen dareichen am besten mit Karte.