saciel: Mad Hatter eyes (Default)
Und weiter gehts...


Freitag, 31. August 2007, 28. Tag

Nach Suzhou mussten wir uns erstmal erholen und taten in dieser Woche außerhalb der Uni nicht viel.
Der Höhepunkt war noch der Tag an dem wir den Campus fotografieren gingen (Fotos bald an dieser Stelle). Dieser wechselt extrem zwischen alt-abgerissen, hässlich-modern, modern-wtf-HÄ? und Hach-is-datt-schön-Natur. Mir gefiel letzteres natürlich am Besten. An einer Stelle gab es eine Allee, die an einem Flüsschen vorbeiführte, dass von mehreren Brücken (Stein, Holz, beides) geziert war. Darauf schwammen Seerosen, Lotus, darin Fischchen und drumrum leider auch viel Dreck. Links davon ging das Flüsschen weiter zu einer moderneren Anlage mit Springbrunnen, etc.

Am Freitag zogen uns Nina und Jenny vor die Tür, um die Stadt bis zum FL-Bookstore zu verunsichern. Am Morgen musste ich jedoch erstmal mein Zimmer bezahlen, doch die Automaten waren mal wieder leer. Später musste ich, wie so oft, mehr bezahlen, wegen einer Kaution, die immer noch nicht abgesprochen war. Nach dem Ärger war die Ablenkung willkommen. Die schon erwähnte Kunstetage wurde unsicher gemacht und unten war es allein Jennys Schuld, dass ich so viel Geld ausgab, denn sie überedete mich das Lehrbuch für chinesische Landschaftsmalerei doch zu kaufen- voll vom Virus erwischt. Aber gutes Buch.
Danach brachte uns die vernachlässigte Kaffeesucht dazu, die Nanjing wirklich weit abzulaufen, bis wir endlich ein Starbucks fanden. Da der draußen angepriesene Mango-Passionsfruchtsmoothie nicht zu haben war, und ich wegen laktosehaltigen Frappucinos eh Tabletten schlucken musste, dachte ich mir: Gut, probier mal den BANANENkäsekuchen. Der war extrem mächtig und schmeckte, nach dem anfänglichen Schock über den Zitronengeschmack, ganz gut.
Auf dem Rückweg ging es noch in einen ohrenbetäubenden Laden, der alles hatte, was der Tourist braucht. Dort war ein wunderschönes Schachspiel mit geschnitzten Figuren, aber mit 640 Yuan viel zu teuer. Auch wenn hier vieles billig ist, muss man sich klar machen, dass ich auch zuhause nie ein Schachspiel für 64€ gekauft hätte, auch wenn es für die Qualität der Arbeit ein guter Preis war.
Nach einem Abstecher in den "heimatlichen" (Zhangwu Rd.) DVD-Laden, der ausschließlich Raubkopien verkaufte, gings nochmal in den Schreibwarenladen, wo ich mir mein ersehntes Mah-Jongg Spiel kaufte.Jetzt brauchte ich nur noch jemanden, der es mit mir spielt. Sobald ich die Regeln gelernt habe.
Das Teil muss zudem ins Handgepäck, dachte ich mir, da es allein schon 4 1/2 kilo wog- abgeschätzt am Vergleich mit 600 ml Flaschen.




Samstag, 8. September 2007, 36. Tag

Nach dem ewigen Regen spielte das Wetter netterweise bei unseren Plänen mit. Diese bestanden darin, an diesem Wochenende sämtliche interessanten Tempel abzulaufen.
Wir fuhren mit der 55 drei Stationen weiter als sonst und machten uns auf die Suche nach dem Yu Garten, wo einer der Tempel versteckt sein sollte. Der Weg dorthin führte durch eine schmale Wohn- und Geschäftsgasse. Es ist immer wieder beeindruckend, wie moderne Bürogebäude, Touristenzentren existieren und direkt daneben ärmliche bis wirklich arme Gassen, bis zu verfallenen Häusern, bei denen man sicher davvon ausgehen darf, dass sie weder über Strom noch Wasser (außer in den Wänden) verfügen, und das im Herzen Shanghais- dem Modernisierungs-und Industrialisierungs Vorzeigestück Chinas.
Aber ganz so wild war die Gasse zum Glück auch nicht, nur der ewige Uringeruch zog an meinen Nerven.
Wir liefen und liefen, da die Geböude hoch waren, sah man aber auch nichts. Nicole überlegte schon umzukehren, als ich in einem größeren, wichtig aussehenden Was-auch-immer Gebäude nachfragen ging. Der nette Pförtner verstand mich mit Händen und Füßen, was nicht daran lag, dass mein chinesisch so schlecht war, nein, ich war nur immer noch in der Erwartung, den Konfuziustempel zu suchen und fragte demnach auch nach ihm, da Nicole nicht meinte mir mitteilen zu müssen, dass wir zuerst zum Stadtgöttertempel wollten... ursprünglich wars andersrum geplant, aber mit der Kommunikation klappte es bei uns irgendwie nie. Jedenfalls gab mir der nette Pförtner zu verstehen, dass wir nur noch einmal um die Ecke gehen mussten, und so war es dann auch.
Die nächste Straße war alllerdings wieder komplett aufgerissen, auf der anderen Straßenseite lag eine beeindruckend gestaltete, weiße Drachenbrücke... mitten in einem riesigen Feld von Bauschutt. Direkt gegenüber fanden wir den ehemals taoistischen Stadtgöttertempel, Eintritt 10 Yuan.
Dieser war mittlerweile einen Synkretismus mit buddhistischen Göttern eingegangen, dennoch leißen sich einige typische taoistische Merkmale in den kleinen Gebetsräumen ausmachen. Zur ebenfalls rein taoistischen Hauptgottheit führte eine Kammer mit zig kleineren Gottheiten und Heiligen. Bei Herkunft dieser bin ich mir nicht immer sicher gewesen, die meisten waren sicherlich taoistisch, z.B. die Gottheit der Kinderarme aus den Augenhöhlen wachsen. Andere jedoch wiesen Ähnlichkeiten mit buddhistischen Weisen oder mit Wächterdämonen auf. Der Tempel war weniger flächig aufgebaut als andere, sondern eher in die Länge gezogen. Eine Seitentür führte in den Yu-Garten (direkt zum Starbucks) aber dort wollten wir ja noch gar nicht hin. Insgesamt hätte ich erwartet, dass der Tempel größer sein würde.

Nun erwartete uns der Konfuziustempel. Dieser lag etwa 1 km entfernt, war also zu Fuß gut zu erreichen, primär über die Nanlu Henanlu (südliche Henanstraße). Doch auch diese war desolat und meine Schuhe überstanden die Strecke nicht gerade unbeschadet. Was mich irritierte war ein großer Komplex, wahrscheinlich ein Hotel, im Umbau. Es begann mit einem Zaun, der mit weißen Statuen geschmückt war, die verdächtig nach Athene aussahen.
Am Haupteinang dann Eulen, Frauenstatuen, Putten.. alles Klar. Zwar nicht Athene sondern Minerva, in Shanghai aber dennoch ein befremdender Anblick.
Weiter ging es in eine "normale" chinesische Straße, weder ärmlich noch Touristenzentriert, scheinbar bekam der Konfuziustempel nicht soooo viel Besuch.
Wenn ich dachte, der Uringeruch könne nicht schlimmer werden, hatte ich mich geirrt. Sehr geirrt. Doch diese Straße war überraschend leer und erfrischend leise für Shanghais Zentrum. Umso schockierender war der Massentechnische Supergau, der sich um die nächste Ecke tummelte. Massen von Menschen und Lärm wie aus dem Nichts. Dazu kamen zig im Sinne von : Wirklich, wirklich viele Straßestände die ALLES verkauften, sogar Haustiere. Kaninchen in Käfigen, die kleiner als eine Schuhschachtel (für Kinder) waren. Der gemischte Geruch des Straßenurins aus den Nebengassen und der, der Straßenküchen auf dieser Strecke haute mich um und sorgte für ein reichliches Unwohlsein in der Magengegend, wofür die Lebensmittel an den ständen nichts konnten. Ich freute mich sogar, mal Gemüse zu sehen und vermisste es so, auch welches zu essen.
Beinahe hätte ich den Tempel in diesem Markt übersehen, doch wir kämpften uns durch und kauften uns ein Ticket zum Tempelüblichen Preis von 10 Yuan.

Mit meiner Vermutung über die Besucherfrequenz des Tempels sollte ich mich nicht irren. Als wir eintraten herrschte absolute Stille und Leere, wie es sich die Buddhisten nur wünschen können. Unterstrichen wurde das noch dadurch, dass wir eine eigene Führerin bekamen, die sogar verständliches Englisch sprach! Nur für uns beide!
Sie führte uns über den Vorhof, der leer war, rechts und links Vasenausstellungen und Souveniershop, erst auf den Teppen vor dem Tempelgebäude befanden sich die üblichen Räucherstäbchenhalter, zudem eine uralte Glocke.
Im übrigen, lieber Herr Professor Roetz, die *Chinesen* sind der Meinung, dass es sich beim Konfuzianismus eindeutig um eine *Religion* handelt, und die müssen es doch wissen, oder?
Die Führerin erzählte uns derweil, dass man Konfuzius auf etwa 551 v. Chr. datiert. Dieser Tempel, in dem wir uns befanden, war 700 Jahre alt, doch während der Kulturrevolution wurde 80% zerstört. 1980 oder 82, ich habe es nicht genau verstanden, sagte ein Nobelpreisträger bei der Verleihung dann, dass der Konfuzianismus eines der wichtigsten Güter Chinas und der chin. Kultur sei, und man ihn darum bewahren müsse.
Daraufhin subventionierte der Staat in den Wiederaufbau des Tempels, seine Erhaltung und schuf Jobs für diese Führer, allerdings arbeiteten viele von ihnen auch freiwillig dort, oft neben dem Studium.
Auf den schon erwähnten Treppen befanden sich zahlreiche Bäume, die mit Zetteln behangen waren. Diese stammten von Studenten und deren Eltern, die für ein gutes bestehen ihrer Prüfungen beteten.
Außerdem stand dort eine Konfuziusstatue. Im Inneren des Tempelraumes vor uns waren die Wände mit in Stein gemeißelten Schriften, die Konfuzius zugeschrieben wurden, geschmückt. In der Mitte der Schrein einer aufwändigeren Konfuziusstatue, der reich geschmückt war. Unsere Führerin erklärte uns, dass Drachen das Zeichen des Kaisers waren und es darum für Konfuzius hohen Stellenwert spricht, dass auch sein Bildnis mit ihnen geschmückt ist.
Weiter ging es in einenn größeren Hof, der mit Holzgängen umrandet war, in denen zahlreiche merkwürdige Steine standen. Dies waren Geschenke von Leuten, die ihre Wünsche äußerten. Sie sollten das Feng Shui des Tempels verbessern. Da es sonst sehr viele Steine gäbe, wird ab und zu ein Stück Stein verschenkt. In einem großen Gebäude dort, inklusive Balkon, dass über Treppen zu erreichen war, befand sich die ehemalige Bibliothek. Heute sind dort wieder alte Schriften des Kpnfuzisu, oder solche, die man ihm zuschreibt zu sehen, gespendet von Privatleuten. Die nächste Station war ein ähnlicher Hof, doch hier befand sich der Feng-Shui-obligatorische See mit Fischen drin und Weiden drumrum.
Im Großbeäude hier befindet sich heute eine riesige Teekesselsammlung, die komplett von einem einzigen Spender stammt. Früher war es der Kunstraum. Die diversen Kessel-Kunstwerke waren beeindruckend, aber auch sehr seltsam teilweise. Unsere Führerin erklärte, dass der Teekessel in China das Symbol des Glücks sei, somit heißt es, wenn jemand einem einen Teekessel schenkt, dass dieser einem Glück wünscht.
Weiter ging es durch einen Gang, in dem wir am sogenannten "Golden Brick" vorbei kamen, einem perfekten Stück schwarzen Marmors oder etwas Vergleichbarem. Solche perfekten Blöcke, auf die Inschriften gemeißélt wurden, fand man in der Ming-Dynastie, aus der er stammte, eher selten.
Dieser Stein sollte denen, die vorAbschlussprüfungen standen, Glück und Erfolg bringen. Im Angesicht des 26. Septembers rubbelten wir mal kräftig... zweimal...
Als nächstes kamen wir zur Pagode, die man von der anderen Seite des Sees sehen konnte. Diese Pagode war wesentlich kleiner als die von Buddhisten, sie war für Studenten gedacht und um so erfolgreicher sie waren, desto höher durften sie steigen, die besten bis zur Spitze- das war eine große Ehre.
Direkt gegenüber das ehemalige Lehrzimmer, das heute nur noch einen Satz Steinhocker und einige Holzstühle beherbergt.
Einst standen lange Reihen von Studenten davor und warteten auf Einlass. Zuvor mussten sie sich orüfen lassen, dass sie auch wohlgenährt, gewaschen und ordentlich gekleidet waren, sonst wurden sie nicht eingelassen.
An dieser Stelle endete die Führung.
Ich sah mir noch etwas die Pflanzen und die Architektuer an, dann setzten Nicole und ich uns an den Teich, um uns etwas auszuruhen. Es war sehr entspannend. Wenn auch vieles an Feng Shui seltsam scheinen mag, mit der beruhigenden Wirkung von Fischteichen hat es auf jeden Fall recht.
Wir sahen uns noch etwas um, liefen dann aber die Strecke zum Yu Garten zurück um dort einzukaufen.

Die Seidenpreise waren gesalzen, eine Dame verlangte 120 Yuan für einen Schal, wenn man bedachte, dass Nicole in Suzhou nur 23 Yuan bezahlt hatte... wir lachten und gingen weiter, da rief sie uns noch verzweifelt "30!" hinterher. Wir wissen auch warum. Vier Läden weiter war einer, der nur Schals verkaufte.
Die Siegelstempel waren allerdings günstig zu haben, ich ließ mir noch einen mit meinen Nachnamen machen, der kostete nur 70Yuan, jedoch konnten wir den Leuten nicht klar machen, dass wir keine Tintenbox haben wollten. Die Tinte war dann auch eher für Pergament gedacht, auf normalen Papier funktionierte sie nicht, bzw. kaum lesbar.
Silberschmuck konnte man erstaunlich günstig erstehen. Während Nicole sich mit zahlreichen Seidenkissen eindeckte, zog es mich inn ein Teegeschäft.
Dort wurde man auch sofort mit frischem Ooloong- oder Jasmintee versorgt, was bei der Hitze willkommen war. Leider hatte ich nicht so viel Zeit, alles mal durchzuprobieren, was durchaus möglich gewesen wäre. Also nahm ich das, was am interessantesten aussah und am besten roch: West Lake Algae und Dost. Letzteres ist, wie ich heute erfahren habe, Oregano und hilft u.a. gegen Menstruationsbeschwerden. Praktisch. (Aber auch gegen Husten, Verdauungsprobleme und Exzeme).
Ergiebig, jeder Beutel soll 6-8 Mal aufgießbar sein. Sehr nett dort, evtl. wollte ich nochmal hingehen (hat aber nicht geklappt).
Eigentlich wollten wir noch ins Starbucks, doch der Himmel zog sich zu, und es ist allgemein bekannt, dass man in Shanghai kein Taxi mehr bekommt wenn auch nur ein Tropfen fällt.
Wir suchten nach der Taxistation und standen dort eine dreiviertelstunde rum. Erst wurden uns die Taxis weggeschnappt, und dann als ein paar Tropfen fielen kamen erst gar keine mehr. Wirklich weit und breit keine zu sehen. Irgendwann, als die Tropfen vorrüber waren erbarmte sich ein goldenes Taxi und nahm uns mit.
Unterwegs regnete es dann auch kurz und kräftig, doch am Hotel angekommen war nix... typisch.



Sonntag, 9. September 2007, 37. Tag

Der nächste Tempel stand auf dem Programm: Longhua-Tempel.
Ein absolutes must-see, der größte und älteste buddhistische Tempel in Shanghai.
Eigentlich wollten wir Geld sparen und erst mit dem Bus zur Nanjing, dann ein Taxi nehmen, da der Tempel am anderen Ende der Stadt lag. Doch die Busse waren ohne unterlass komplett überfüllt und es kamen immer mehr Menschen zur Station.
Also kehrten wir um und ließen uns von der Hotelrezeption ein Taxi rufen, das war sicherer. Die Fahrt dauerte etwas mehr als 30 Minuten und kostete 68 Yuan. Die Chinesen kennen übrigens keine Rush Hour, beidenen ist immer Rush Hour, egal zu welcher Tageszeit- auch Sonntags. Ja NIcole, China ist nunmal kein christliches Land, warum sollten sie am Sonntag nicht arbeiten? Das musste ich ihr mindestens fünf mal sagen und es erstaunte sie immer noch. Nun, mich auch ein wenig, es war ja schon ungewohnt.
Der Tempel war nach einer Straße kaum zu übersehen , denn wenige Meter davor war auch eine siebenstöckige Pagode, die allerdings extra Eintritt kostete und darauf waren weder Nicole noch ich scharf. Eintritt für den Tempel wie immer 10 Yuan. Er war wirklich groß. An den Seiten die üblichen Geschäfte und Mini-Schreine, Vorhof, Tempelgebäude.. und so weiter.
Neben einem dicken Buddha gab es dünne Buddhas, alle von Wächterdämonen geschützt, oder von Drachen, oder Tempellöwen. Sogar weibliche Gottheiten waren vertreten, wow, und es gab eine Halle der 1000 (oder so) Buddhas. In einem Gebäude waren die Wandmalereien besonders schön.
Obwohl taoistische wie buddhistische Malerein mittlerweile einen chinesischen Stil inne haben, unterschieden sie sich vor allem darin, dass die taoistischen BIlder mehr Personen und Personifikationsbezogen sind und sich technisch an die Wandfarbe mit Pastellfarben halten. Die buddhistischen dagegen liegen oft auf einer hellblauen Hintergrundfarbe, die Farben an sich sind kräftiger und leuchtender und die Figuren im Verhältnis deutlich kleiner und die Umgebung dieser, z.B. Wolken, deutlich stärker stilisiert.
Besonders erheiternd war es, dass neben Obst u.ä. auf den Opferaltären der Schreine auch zahlreiche Tuc-Packungen lagen.
Ansonsten war Highlife in allen Gassen. Die chinesischen Gläubigen saßen herum und falteten silberne oder goldene Zettelchen, deren Sinn uns verschlossen blieb. Irgendwann tauchten auch Mönche auf, 80 sollte es insgesamt geben, die sich für einen der geplanten "Gottesdienste" vorbereiteten. Einige von ihnen wirkten unfreundlich und genervt, einer knurrte mich sogar an- da spürte ich, dass auch ich diesmal einem TV-Stereotypen erlegen war. Bei den vielen Touristen, die hier wohl sonst waren, kann man natürlich auch verstehen, dass man genervt ist... nur falsches Kloster, gelle?
Eigentlich hatten wir vor, danach in den botanischen Garten zu gehen, doch wir fanden den Weg nicht und auch niemanden, der ihn uns wirklich erklären konnten. Da der Himmel sich mal wieder verdunkelte beschlossen wir umzukehren und in den Märtyrerpark zu gehen, der lag gleich neben dem Tempel. Und angemessen genug gekleidet waren wir auch. Zugang zum Friedhof kostete 1 Yuan, Museum 5 Yuan, das sparten wir uns aber, denn der Park schloss schon um 17 Uhr. Es war eine sehr schöne, gut gepflegte Anlage, wenn man von dem ein oder anderen Brunnen absah.
Wieder waren die Denkmäler in griech. römischer Art gehalten, einige aber auch mit Walküren bestückt und meine Gedanken waren: HÄÄÄ? Was hat das mit chinesischen Kriegshelden zu tun?! Nix. Später sahen wir sogar noch einen Bronzeriesen aus der nordischen Mythologie rumliegen.
Naha bei den Kinderhelden wurde der Park, der ruhig und ehrenhaft gehalten werden sollte, doch als lauthalser Kinderspielplatz genutzt.
Gut, dass die Chinesen genau so wenig Respekt vor Friedhöfen haben wie die Deutschen. Aber ich gehöre ja eh zu der Fraktion, die findet, dass man Leben und Tod nicht völlig trennen muss.
Danach hatten wir Hunger und machten uns über eine im traditionellen Baustil gehaltene Fußgängerbrücke auf zum Kentucky schreit Ficken.
War mir diesmal auch recht, das Hühnchen in China schmeckt häufig sehr wabblig.
Im Vergleich zu Deutschland war es mit 22 Yuan extrem günstig, mit chinesischem Essen kommt man aber wesentlich billiger und oft auch leckerer weg.
Wir suchten uns einen Taxistand, der lustigerweise umzäunt war, aber wir bekamen fast sofort ein Taxi.
56 Yuan. Heftig für uns insgesamt abe Taxi lohnt sich. In Deutschland ist Taxi nur was für Reiche oder extrem Verzweifelte, die dann noch verzweifelter werden.
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