saciel: Mad Hatter eyes (Default)

Samstag, 29. September 2007, 56. Tag

Der Samstag begann ja schonmal gut, eigentlich wollte ich ausschlafen, doch pünktlich um halb Neun begannen direkt vor unserem Fenster irgendwelche Arbeiten, die aus konsequentem Hämmern bestanden. Das Geräusch war irre laut, ging durch udn durch, mein Schädel fühlte sich an als wolle er platzen und das Beste: NIcole schlief so fest durch, dass sie schnarchte! UNd das als ich aus Verzweiflung aufs Klo flüchten wollte, wachte sie von einem geflüsterten "Oh Verdammt..." auf, das draußen mittlerweie eine Säge quietschte, schien sie dagegen nicht zu stören. Insgesamt genoss iche s von ihr bei einem Weckversucht gegen 12 Uhr erstmala ngeschnauzt zu werden, obwohl ja eigentlich SIE früh weg wollte... so döste ich noch bis Mittags herum, verzog mich ins Internetcafé um einen Hilferuf ins wer-weiss-was zu setzen und brachte Nicole ihre Frühstückspfannkuchen mit.

Irgendwann ging es doch noch los in Richtung Fuzhou Rd und Nicole besorgte sich noch diverse Kuscheltierserien. Auf dem Rückweg kamen wir an einem Buchladen vorbei, der Bücher z.B. der konfuzianischen Lebensart in der Auslage hatte.
Ich wollte sie mir nur chnell ansehen, aber DAS war natürlich zuviel für Ms. Nicole. Wie konnte ich es nur WAGEN in einen BUCHLADEN zu gehen, nachdem sie den Morgen über getrödelt hatte und wir die gesamte Fuzhou Rd nur für ihre Serien abgelaufen waren?!
Was für eine FRECHHEIT, dass ich einen eigenen Willen und gar noch WÜNSCHE besaß! Wie konnte ich es nur versäumen Königin Nicoles Gedanken zu lesen?!

Dementsprechend schlich sie mit einer tierisch entnervten (und entnervenden) Fresse hinter mir her, was mich unter Druck setzte, nervös machte und mir schließlich den Mut nahm, nach den Büchern im Schaufenster zu fragen.
Ich hatte keinen Schimmer, warum sie so reagierte und scheinbar werde ich es auch nie erfahren, denn sprechen war nicht ihr Dng. Kommunikation? Ein Fremdwort.
Als ich mich über dieses Verhalten aufregte, denn ich wollte wenigstens den Grund dafür wissen, dass wir für IHRE Sachen überall hinlatschten und ich nichtmal einen Buchladen betreten durfte, fuhr sie mich an wie eine Furie.
Später sagte sie, ich hätte nicht darauf herumreiten sollen, sie hätte damit abgeschlossen.
Blöd nur, dass ich keine Gedanken lesen kann.
Und schön für sie, dass SIE sofort damit abgeschlossen hatte mich aus dem Laden zu ekeln.
Eine ENTSCHULDIGUNG habe ich bis heute nicht bekommen und werde sie wohl auch nie erhalten. Sie ließ mich dann zurück und ich gab irgendwann auf, ihr zu folgen. Ich würde meinen Weg zum Yu Garten schon finden.
Ich war wütend und enttäuscht, grade am Vorabend hatten wir uns über sehr persönliche Dinge unterhalten und ich schalt mich dafür, sie so vertrauensseelig behandelt zu haben. Womit hatte ICH so eine Behandlung verdient?
Es war ja nicht das erste Mal, dass sie mich ungerecht schlecht behandelte oder ihre Aggressionen an mir ausließ.
Es verletzte mich.
Kurz vorm Yu Garten überholte ich sie dann und riss mich zusammen, um ihr das nicht auch noch zu zeigen.
Wenige Meter weiter heulte ich dann aber doch, was ein echt erbärmlicher Anblick gewesen sein muss. Die Lust zum Shoppen war mir eigentlich vergangen und ich fühlte mich einfach nur deprimiert. Im Kaufhaus, das aus zig Läden bestand wie im Yu Garten zu Hauf zu finden waren, wurde ich dann wieder von einer Verkäuferin aufgemuntert, bei der ich schonmal war.
Danach beschloss ich, mir den Tag nicht verderben zu lassen, zumindest versuchte ich es.

Das ganze wirkte sich zumindest gut auf meine Handelsfähigkeiten aus, eine Tasche aus guter Seide für 8,50€ und zwei Paar Pantoffeln für 4€, eine Jadekette für 50 Yuan und einen Seidenfächer von 180 auf 35 Yuan gehandelt. Dann im Kellerstockwerk war die Antikstadt. Tolles Teil. Viel schöner und in Holz eingerichtet und antürlich viele interessante Dinge zu sehen- die man sich eh nicht leisten konnte.
Ich handelete eine Münze auf 22 Yuan runter, mehr war nicht dring, zu wenig Geld. An einer anderen Stelle wurden Drusen und Halbedelsteinbäume verkauft, die zumindest hübsch waren aber wer bitte kauft sich sowas?

Im obersten Stock fand ich dann tatsächlich Sachen, die mir pasten. Leider waren die Leute nicht weit handelbar, irgendwie war ich kurz vorm Heulen und bekam das begehrte Stück für 110 Yuan... unter Verlust meines Stolzes -_-
Gott, war das PEINLICH! Ich hasse meinen unausgeglichenen Gefühlshaushalt.

Ich hatte echt Hunger undg ing draußen auf die Suche, da waren ganze Straßen voll mit Spießfutter. Ich entschloss mich aber nur für einen kleinen Fruchtspieß, der am günstigsten war. Da ich zu blöd war, um eine Bushaltestelle zu finden, wollte ich ein Taxi nehmen.

Doch da es schon Abend war kam natürlich so gut wie keins oder die Chinesen waren schneller. Ich kam mit zwei Amerikanern ins Gespräch und gab ihnen einige Tips zum Leben in Shanghai. Dafür nahmen sie mich im Taxi mit. Sie mussten nicht weit, nur zu einem Hotel nahe der Nanjin, lediglich Grundpreis 11 Yuan.
Der Mann gab mir 15 Yuan und sagte "take care of the rest". Der Taxifahrer erwartete das Geld zu bekommen und den Taxameter neu einschalten zu können, aber ich bin ja nicht bescheuert. Ich wieß ihn an, weiter zu fahren, so musste ich nur 17 Yuan selbst zahlen statt 26.

Im Zimmer vertrug man sich dann irgendwie wieder, bzw. redete miteinander ohne nochmal was dazu zu sagen. Es wurmt mich aber dennoch, so behandelt worden zu sein ohne etwas entgegensetzen zu können.
Zu dem richtete ich eine riesen Sauerei an, denn mein kandierter Fruchtspieß war plötzlich nicht mehr kandiert und klebe an allen Ecken- leider auch an meiner neuen Tasche.

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