Dienstag, 2. Oktober 2007, 59. Tag
Kopfschmerzen quälen mich ohne Ende und dann auch noch früh aufstehen, igitt. Aber es geht nicht anders, Nicole muss um 12 auschecken. Ich helfe ihr beim tragen, nachdem wir den Koffer in den Abstellraum gestellt haben, gehts wieer rauf.
Wieder Streit.
Es geht mir so auf den Keks. Wir vertragen uns nach einer Stunde funkstille zwar wieder, aber ich bin auch froh, dass sie bald weg ist. Diese Frau hat nie gelernt, dass man um Freunde zu finden auch mal nett sein sollte und "Entschuldigung" kein Fremdwort sein sollte. Ich habe sie es nicht einmal sagen hören in den gesamten 2 Monaten außer in Sätzen wie "Sorry, aber ich finde x total bescheuert" u.ä.
Ich fühle, wie mir ein Stein vom Herzen fällt, endlich etwas Stress gelöst wird. Das Leben mit Nicole war auslaugend udn schmerzend, ich fühle mich als Fußabtreter missbraucht und völlig alle. Ein richtiger Energievampir.
Den Nachmittag verschlafe ich, teils wegen der Kopfschmerzen, teils weil jetzt noch jemand da ist, der mich wecken kann. Die Nacht werde ich durchmachen. Mehr Paracetamol, die Schmerzen machen mich wahnsinnig.
Ich bringe Nicole zur Rezeption und dann noch zum Taxi.
Mir ist gleich viel wärmer ums Herz.
China hat mich letztendlich wohl doch verdorben.
Erstmal duschen, frisch machen, Duschgel aufbrauchen, Sachen umpacken.
Dann schlachte ich meine Melone, nach tagelagen rumliegen dürfte sie wohl reif sein. Jap. Ist sie.
Ich steche mit meinem Minimesserchen hinein und sie platzt gleich geteilt auseinander. Praktisch, alles andere währe wohl echt albern geworden.
Dnaach räume ich noch ein wenig auf, warum auch nicht? Ich habe viel Zeit und wenig zu tun, die ganze Zeit lesen ist bei meinem Kopf leider nicht drin.
Schließlich liegt für die Zimmermädchen eine Art Gabentisch bereit, mit Tischen, Büchern, Pantoffeln in Übergroße, Tee, Honig, DVDs... alles halt, was man nicht mitnimmt oder mitnehmen kann. Ich schreibe ihnen ein Zettelchen und hoffe, dass sie sich freuen. Das ist freilich nicht selbstverständlich, sie könnten es als Almosen von den "doofen Langnasen" ansehen odeer es ist ihnen vielleicht nicht erlaubt, Dinge aus den Zimmern mitzunehmen. Von unseren Vorgängern ist jedenfalls einiges im Müll gelandet, was ich noch brauchbar sah, aber vielleicht schlägt da nur mein Hamstergen durch.
Danach Melone Teil zwei, mal gucken, was das Fernsehprogramm so bringt. Nicht viel. Das wird eine lange Nacht.
Als ich das Feuerwerk der Special Olympics Eröffnung schon gleichzeitig live und in der Glotze höre, werde ich doch etwas melancholisch. In diesem Land von Milliarden von Menschen fühle ich mich einsam, dabei ist es doch nicht mehr lang. Nur noch 8-9 Stunden, dann check ich aus. Da ich nicht wirklich viel zu tun habe, außer meine zwei angebrochenen Stifte zu verschreiben, werde ich wohl die folgenden Seiten mit einzelnen Themenrückblicken füllen,d ie entweder zu kurz kamen oder zu umfassend für einen Tagesrückblick waren.
(Die lass ich hier aus, kommen später)
3. Oktober 2007, 60. Tag
Es ist 5 Uhr morgens, ich habe von 1- 2:45 Uhr gedöst, jetzt anziehen, fertig packen, auschecken... und am Flughafen versauern. Das Thema Essen reich ich nach.
Hoffentlich geht alles gut. ich will alles mitnehmen, aber vor allem will ich heil heim.
Okay~... es ist 8:11 Uhr und ich sitze am Flughafen, warte auf meinen Flug, der Schalter ist noch geschlossen.
Da Nicole schon früher ausgecheckt war, wollte die Rezeptionistin noch 25 Yuan von mir, dabei hätte ich noch 40 wiederbekommen! Tss.
So war das nicht verabredet. Es war zu früh, um Yu Laoshi anzurufen, was sollte ich machen, für Euro waren sie zu doof. Ich hatte noch 15 Yuan übrig, die nahm sie mir dann ab, also war ich endlich freii~
Außerdem hatte ich es sgeschafft, genau 20 kg in den Koffer zu packen. Ein Taxifahrer fuhr mich zum Wujiaochang, wo ich eigentlich den Shuttlebus nehmen wollte. Doch ein Taxifahrer machte mir das verlockende Angebot von 50 Yuan, wäre sogar noch runtergegangen, aber ich hatte nur noch einen 5 € Schein und ein Passant überzeugte den Fahrer, dass es alles andere als Spielgeld war.
Ich saß dann mit 3 anderen Chinesen meines Alters im Taxi, war wohl eine Studentenrundumtour. Praktisch. Angenehm, weniger geschleppe, kürzere Fahrzeit. Dank des Mantels holte ich mir aber fast einen Hitzschlag.
Der wanderte erstmal in die Tasche. So konnte ich beim Checkin überzeugen, nur den mantel in der Tasche zu haben und durfte alles mitnehmen, auch an der Kontrolle lief alles gut, ich hoffte nur, dass niemand im letzten Moment HALT ruft.
Frühzeitig füllte ich die Ausreisepapiere aus, die sonst so gerne vergessen werden und dachte ich käm flüssig durch.
Neiiiin, kurz vorm Ausreisecheck durfte man son Teil NOCHMAL ausfüllen.
Wie erwähnt, saß ich dann am Schalter, schlief ne runde an meinem Rucksack bis der endlich öffnete.
Das Flugzeug war wieder ein großes und ich bekam meinen Gangplatz, diesmal hatte ich soooo Schwein. Neben mir saß nämlich niemand. Mehr Platz!
Gleich gab es was zu essen, Hähnchen Henan, sehr lecker.
Danach gab es 7 Stunden nix mehr und das Licht war fast die ganze Zeit aus... dabei flogen wir tagsüber!
Die Leute meuterten schon vor Hunger, dann kam der Grund, warum wir so lange warten mussten.... Spinattaschen. Eklige. Sie wollten wohl sicher gehen, dass wir seeehr hungrig waren.
Später in Helsinki wars eine kleinere Maschine, dort lernte ich Judith kennen, die auch mal an Bochum war, dann aber nach Passau wechselte und nun ein zweimonatiges Praktikum absolviert hatte, auch in Shanghai.
Die Leute in Finnland waren bei der Sicherheitskontrolle sehr sehr genau... die Tatschten echt überall hin. Was glauben die eigentlich, dass ich ne Bombe in der Hose zwischen meinen Beinen platziert habe?!
Nach 14 Stunden Gesamtreise kam ich endlich zuhause an, nie fühlte ich mich so fertig.... aber nur zwei Tage und ein Wochenende frei, denn danach ging es gleich mit meinem Tutorenseminar weiter....