Für den Kurs wurden wir in drei Gruppen zu 19 Teilnehmern aufgeteilt, auch wenn große Verwirrung herrschte, wer jetzt zu uns gehörte und wer nicht.
Jeder Kurs bekam eine Lehrerin zugewiesen, und alle zwei Wochen sollte diese Wechseln, so dass jeder jede mal ausprobieren durfte. Wir hatten mit unserem Raum Glück, er war nicht zu groß, neu eingerichtet und hatte einen Klimaapparat. Von Effizienzdenken hatten die Shanghainesen wohl noch nix gehört. Statt Tafel eine Whiteboard Tafel, da wollte wohl jemand modern sein. Allerdings gingen alle paar Minuten die XXL Marker leeer und die Tafel wurde auch nie richtig sauber, so dass sie irgendwann im vollen Grau dastand und man weder die Schwarzen noch die weiß eingekratzten Schriftzeichen lesen konnte.
Unsere erste Lehrerin, Ms Zhou, war grade 30 und verheiratet. Ihr Englisch war mittelprächtig und sie hatte einen mittelstrengen Unterrichtsstil, der später aber wohl strikter wurde. In der zweiten Woche schreiben wri regelmäßig Diktate, die angeblich an Herrn Breuer geschickt wurden.... nee, is klar!
Wir waren recht fix und schafften ein paar Lektionen im Gegensatz zur Parallelklasse.
Die zweite Lehrerin, Yang Laoshi, war 26 Jahre alt, sah aber aus wie 12. Sie war 37 Kilo schwer und war einen Kopf kleiner als ich- mit 5 cm Absätzen!
Eine liebenswerte, lustige Person, auch wenn wir sie ab und an damit ärgerten, sie einfach im Handgepäck mit nach Deutschland zu nehmen. Da schien sie gar nicht so ganz abgeneigt zu sein, denn ihr gefiel es in Shanghai nicht. So konnte man sie einfach in lange Unterhaltungen verstricken, und der Unterricht fiel Flach,d afür machte sie auch Spezialthemen, z.B: stellte sie sämtliche Provinzen Chinas vor- bedauerlicherweise bekam ich aufgrund akuter Schlafanfälle davon kaum was mit.
Ich erinnere mich allerdings als sie einen schweren Bildband abschleppte, sagte sie "oh, Nature is so heavy!" Einfach nur süß.
Wir schrieben keine Diktate, darum lernte auch niemand und im Endtest hatten wir die schlechtesten Diktate überhaupt. Dazu zählte auch, dass sie Vokabeln aus zusätzlichen Themen an der Tafel abfragte, nur hatte sich die kaum jemand gemerkt, da es ohnehin schier unmöglich war bei den großen Sammelthemen die Bedeutung oder Aussprache jedes Wortes zur erfahren.
Die Woche darauf kam eine neue Lehrerin, deren Englisch gleich null ging und die sich nichtmals vorstellte. Es ging das Gerücht um, sie hieße Zhang.
In ihrem vorigen Klassen hatte sie sich fleißig den Ruf des Drachen der Nation erarbeitet. Sie hatte wirklich etwas Aufsehermäßiges, dass sie uns nicht verstand, wenn wir Fragen hatten half auch nicht grade. Ihre Unterrichtsmethoden waren extrem vereinfacht und sehr chinesisch, glücklicherweise waren wier sie schon nach einer WOche los.
Doch die Lehrerin die danach kam, Li Laoshi, war noch schlimmer. Sie war jünger und sprach ansatzweise Englisch, doch ihre Unterrichtsmethoden waren komplett chinesisch. Viel Grammatik- die mir ja eh schon bekannt war- und stundenlanges Zeichenschreiben. Allerdings stellte ich erfreut fest, dass dies ansatzweise fruchtete.
Wir waren wohl die Gruppe mit den meisten Lehrern, denn in der letzten Woche, hatten wir nochmal Ms Zhou, eine Assistentin die sich uns nicht vorstellte und mit uns die Lektion 28 zum 3. Mal wiederholte und eine Lehrerin, die wir mit unseren Fragen nach Wörtern wie "Schwul" und "Homosexualität" u.ä. wohl so verschreckten, dass sie am folgenden Freitag nicht wie versprochen kam.
Zu den Zertifikaten schrieb ich ja bereits was. Insgesamt denkte ich, dasss mir der Kurs schon was gebracht hat, da ich übers Semester recht faul gewesen war und nun alles nochmal in Ruhe wiederholen konnte, mit Kuerzzeichen einen Vorsprungen aufbauen... das Tempo war mir allerdings um einiges zu langsam gewesen.
Mit den Chinesen kam ich jedenfalls besser klar als mit so manchem Kurskameraden. So schlimm wie oft behauptet sind sie nicht, dabei sind die Shanghainesen sowas wie die New Yorker Chinas. Mit den meisten Leuten kann man reden und zumindest Small Talk austauschen, so sie Mandarin verstehen. Die Angestellten im Supermarkt oder Café oder in Shops erinnern sich genau, ob man schonmal da war oder nicht. Durch das Wiedererkennen und freundschaftliche Verhalten fühlt man sich gleich viel heimlicher, von unterkühlt keine Spur.
Auch von Kontaktscheue kann keine Rede sein, im Gegenteil, viele Chinesen habe ich als nah und herzlich empfunden. Manchmal auch zu nah für den europäischen Geschmack, da wird man auch schonmal von wildfremden Leuten geknuddelt. Wo man sich in Acht nehmen sollte, sind öffentliche Verkehrsmittel, dort werden Chinesen zu Raubtieren.
Es stimmte allerdings, dass sie viel schmatzen udn rotzen. Es ist unglaublich, was für Töne aus so einer kleinen zarten Chinesin im Blütenkleid kommen können.
An jedem öffentlichen Ort stehen darum Anti-Spuck Schilder.
In Restaurants ist es manchmal nicht einfach, überhaupt beachtet zu werden und dann auch die richtige Bestellung zu bekommen.
Das Hotel, wie auch die Uni befindet sich im nördlichen osten der Stadt, etwas weit ab vom Schusss. Um ins Zentrum zu kommen braucht man bei gutem Verkehr etwa 35 Minuten, mindestens. Das Hauptgebäude ist zehnstäckig, im ersten befinden sich die Meetingräume, Lobby, Bar und Rezeption sowie ein Zungang über einen wackligen Balkon zum Nebengebäude mit mehr Konferenzräumen und Internetcafé. Die Damen an der Rezeption sind oft nett, aber schwer von Begriff oder uninformiert. Die meisten können irgendwie Englisch, einige aber auch gar nichts. Im Hauptgebäude gab es zwei Aufzüge, jede Etage hat 20-25 Zimmer. Diese bestehen aus einem Bad, zwei steinharten Betten und Tisch inder Mitte, Komode gegenüber mit Fernseher und Kühlschrank, dann ein verlängerter Raum mit Teeecke die sich "Balkon" nennt. Teppichboden.
Die Nebengebäude haben keinen Aufzug und sind steil gebaut, was ab em 2. Stock ätzend ist. Kein nutzloser Balkon, kein Teppichboden, kein Kühlschrank, weichere Betten! Teure Minibar.
Wasserkocher und ein anständiger Kleiderschank. Auf den ersten Blick sauber, doch voller Ungeziefer. Ein Gebäude war so verschimmelt, dass umgesiedelt werden musste. Auch unser 2. Zimmer verschimmelt, aber schon unter Chemiekeule. Auch hier Insekten, Tausendfüßler, Ameiseninvasion.
Wesentlich bessere Zimmermädchen, sehr gründlich, falten sogar das Klopapier. Für die total verfleckten laken können sie ja nichts, dafür aber 2 Worte Englisch.
Da wir wie erwähnt weit ab vom Schuss lagen udn nicht jeden Tag ein Tagesausflug drin war, waren wir fürs Fernsehen dankbar, wenn wir auch oft nur herumzappten. Wichtigster Sender war DW-TV, der auf Deutsch und Englisch sendet, sich aber leider ständig wiederholt. Als nächstes CCTV 9, dass sich stolz "Chinas einziger englischsprachiger Newschannel" nennt- und man fragt sich, wo denn da die ganzen englischsprachien nicht-Newschannels sind. Das SPrachangebot war ziemlich arm.
Die Spezialisierung der Sender manchmal seltsam: Zwar gibt es auch die üblichen Kinder- und Musiksender, aber auch Sender, die nur koreanische Filme und Serien auf Chinesisch senden, oder nur Armeeserien bringen. Gute Filme erwischen ist Glückssache, Sendeplätze nimmt man nicht so ernst, Filme die für 20:30, 21:00 oder 22:00 angekündigt sind können bis 22:30 Uhr jeder Zeit anfangen. Komischerweise kommt das Making-Of oder eine Musicalkritik VOR dem eigentlichen Film. Wenn man Glück hat, wird ein Film auf Englisch mit chin. Untertiteln gesendet oder auf chinesisch mit chinesischen und englischen Untertiteln, oder halt nur auf Chinesisch, eine Regelung scheint es da nicht zu geben. Hochdramatische Serien werden rund um die Uhr zu 2-3 Folgen auf 3 Sendern gleichzeitig und auf rund 8 ingesgesamt gesendet. Ihre Besonderheiten sind Drama und hübsche Klamoten. Offenbar hatte China nur 8 solche Serien, denn sie laufen zu unterschiedlichen Zeiten wieder und wieder und wieder und wieder. Genauso werden ständig zwei Armee- und Polizeiserien wiederholt. Es ist völlig unmöglich Xi Youji aus dem Weg zu gehen (die Reise gen Westen), China hat ja nur die eine Fantasyserie, also muss sie in zig Varianten bis zum Erbrechen gesendet werden, irgendwann kann man keine Affengesichter mehr sehen.
Die Computereffekt ein den diversen Serien sind abgrundtief schlecht und auf groteske Weise überzogen, warum nur? Sie könnten es besser.
Das Alter in Sachen Screentime ist wesentlich höher, mehr 20er, viel mehr alte Leute- denn was die empfehlen muss ja gut sein. China ist eien Nation auf Drogen!
NOch nie sah ich so viele Werrbungen für Medikamente, Aufputschmitttel und seltsame Ampulllen, die man den Kindern ins Essen geben soll, damit sie ntelligenter werden. Gut 75% der gesamten Werbung. Außerdem emrkt man, dass das Wasser schlecht ist, denn noch ein großer Teild er Werbung wendet sich an Leute mit Magenschmerzen und vor allem: La duzi (Durchfall). In einem Werbeblock (15. Min.) wird das Wort laduzi etwa 112 mal genannt. Das zweite ist Ganmao (Erkältung) mit 43 mal.
Das ist kein Zuckerschlecken, grade in Shanghai, wo es heiß ist. Es gibt keine niedergelassenen Ärzte, entweder Apotheke oder Krankenhaus. Im Krankenhaus bekommt man als Tourist einen Fakenamen mit passender Krankenkarte. man muss die Karte bezahlen, die Untersuchung und das Equipment z.B. für Blutuntersuchungen. Wirklich untersucht wird man vom Arzt nicht, mittels Übersetzer muss man schon selbst wissen , was man hat, ehe man sich an der zentralen Apotheke verausgaben darf.
Die Apotheken funktionieren als Alten-Kaffeeklatschsammelzimmer. Sie sind recht groß und von Zeit zu Zeit sind Krankenpfleger da, die Blutdruckmessungen durchführn oder tägliche Verbände wechseln. Wenn man als Langnase zum ersten mal eine Apotheke betritt, wird man erstmal von etwa 11-14 Apothekerinnen diversen Ranges in Beschlag genommen. Es gibt mehrere Thheken, in disem Fall 5, je nachdem was man hat wird man durchgereicht. Es gibt alles gegen alles, die Preise variieren zwischen 17 ct und 8 €. Die Medizin schmeckt oft widerlich und irgendwie stehen Chinesen auf diese Ampullen, die man außer mit den (versteckt) beiliegenden Spezialstrohhalmen gar nicht aufkriegen kann.
Wer sich in China auf die Straße wagt, ist selber schuld.
Busse bremsen nicht für Menschen, Fahrradfahrer fahren einfach durch, am ehsten bremst ein Auto, aber auch eher selten.
Dennoch laufen Chinesen kreuz und quer, wenn keine Verkehrpolizisten da sind. Das geht so, dass wie in London die Fußgänger bei Rot laufen und die Autos bei Grün dann endlich durchstarten. Bei dem Verkehr in Shanghai ist jeder private Autobesitzer entweder wahnsinnig oder reich genug, um sich um Zeit keine Sorgen machen zu müssen.
Busse: Bushaltestellen gibt es häufig, man weiß nur oft nie, wo ein Bus herfährt. Die nächste Ahnung, wann er kommt, geben an großen Haltestellen Entfernungsmesser. Fahrpläne gibt es nicht, die Busse fahren, wie sie fahren. 2 Yuan und man kann bis zur Endhaltestellen fahren, wenn man willl. Demnach sind hier die wichtigsten linien durchgehend überfülllt, abends nur noch schlimmer, wenn dann die Klimaanlage nicht geht, Nacht Mattes.
Wer an Knotenpunkten wie Nanjing Rd oder Stoffmarkt einstiegen will, sollte Zeit mitbringen. Die Chinesen stürzen sich auf Busse jeder will der Erste sein und kennt keine Freunde mehr, es wird gestoßen, geschubst und gebissen. der Busfahrer lässt auch jeden rein, selbst wenn der Bus dann nur noch Schritttempo fahren kann. Immerhin, wenn man einen Sitzplatz bekommt: Die Plastiksitze sind erstaunlich bequem.
Taxis: Man muss schon extrem aufpassen, vor allem am Flughafen- die meisten Fahrer sind Napper, man muss ständig kontrollieren ob man auch dorthin gefahren wird, wo man hin will. Der Preis pro Kilometer beträgt übrigens ca. 1 Yuan, damit ihrs wisst und nicht 600 Yuan pro 60 kilometer bezahlt.
Die roten Taxis sind wirklich nicht zu empfehlen, sie fordern albern hohe Preise und Schenen das nicht mal zu merken.
Empfehlenswert sind türkise (außer am Flughafen), hellgründe, dunkelblaue und goldene Taxis. Weiß ist auch okay, die kennen sich im Norden Shanghais allerdings nicht aus. Englisch spricht kein Taxifahrer.
Metro: Die U-Bahnstationens ind Einkaufscentren für sich. Die Ticketautomaten kann man vergessen, die Schalter sprechen Englisch, was aufgrund mangelnder Lautsprecher leider nur zu erahnen ist. Am besten Metroplan mit sich führen und auf die begehrte Haltestelle deuten. Je nach Distanz zahlt man bis zu 4 Yuan pro Einzelticket. Das Metronetz wird bis 2010 ausgebaut, ab Ende Oktober soll ein Standardpreis von 2 Yuan gelten.
Rikshas: Wer Lebensmüde ist, kann es ja versuchen. Auf kurzen Strecken eine hübsche Sache, aber nichts wenn man über Kreuzungen muss, denn die werbefinanzierten Blechbüchsen fallen bald auseinander.
Fahrradverleih: Vergiss es, der Aufwand lohnt sich nicht.
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Date: 22 Nov 2007 23:46 (UTC)From: