saciel: Mad Hatter eyes (Default)
Ich brauch das jetzt mal ^^

Zeugnis: 2,7.
eigentlich gut, für mich schlecht, und nun zum nützlichen:

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Mythologie und Religion der Griechen

Einstieg:

Troja, die sagenumwobene Stadt Troja.
Sie wurde auch Ilion genannt, weshalb der von Homer gedichtete Epos auch „Illias“ heißt.
Es wird angenommen, das einige mythische Figuren tatsächlich existierten.
Eine davon ist der mykenische König Agamemnon, um den sich der llias, der Trojanische Krieg, dreht.
(Darin geht es um den Raub der Helena durch Paris und den Kampf zwischen Hector, Paris älteren Bruder und Achilles, dem Held der Griechen).

Der 1893 verstorbene Forscher Heinrich Schliemann begab sich während seiner Lebenszeit auf die Suche nach der verschollenen Stadt Troja. Die Existenz dieser Stadt wurde damals noch bezweifelt wenn nicht sogar abgestritten, doch Schliemann war fest davon überzeugt das es sie gab. Er benutzte den Ilias dabei als eine Art Reiseführer.
Aufgrund der genauen Beschreibung dort, begann Schliemann mit Hilfe seiner Frau und 100 Männern 1870 nach Troja zu graben, mit Erfolg, jedoch anders, als er es sich gedacht hatte.
Er fand 5 unterschiedlich alte Schichten, das erste Troja war bereits 1800 vor Christus gebaut worden.
(Karte)
Die Grabungen gehen seit 1987 unter der Leitung von Manfred Korfmann weiter, aber das ist jetzt belanglos.
Fakt ist das Heinrich Schliemann der Begründer der Erforschung des Antiken Griechenlands ist. Zuvor haben sich die Archäologen in Europa vorwiegend für das römische Reich interessiert.

Schöpfung:
Wie jedes Volk besaßen auch die alten Griechen eine eigene Vorstellung von der Schöpfung ihrer Welt.
Diese begann mit den Urkräften Gaia, die Erde und Eros, die Liebe. Gaia zeugte nach Vorstellung der Griechen aus sich selbst Uranos, den Himmel und Pontos, das Meer- wobei sie ersteren zu ihrem Gemahl erwählte.
Mit Uranos also setzte sie die Kyklopen (Zyklopen) und die 12 Titanen in die Welt. Letztere die zukünftigen Eltern der späteren Götter.
Uranos war der höchste Gott dieser Zeit, als die Kyklopen ihm frevelten, warf er sie in den Tartaros, die Unterwelt. Wie auch in anderen Religionen vertreten, rettete der Kleinste den Tag. Kronos war der jüngste von Gaias Kindern, doch er erklärte sich auf ihr Bitten bereit, seine Verwandten zu befreien. Dabei verletzte er Uranos schwer und aus seinem Blut entstanden die Erinnyen, Rachegöttinnen auf die wir später noch mal zurückkommen, und die Giganten, welche den Titanen ähnelten.
Kronos, der seinen Vater gestürzt hatte, und nun der mächtigste Gott war, bekam von eben diesem geweissagt, dass es ihm ebenso ergehen würde. Das eins seiner Kinder ihn stürzen würde. Darum verschlang Kronos seine Kinder und Zeus, der Jüngste, rettete seine Geschwister und überlistete Kronos im Zweikampf. Darauf kam es zum Kampf zwischen Zeus und seinen Geschwistern und Kronos plus Anhang. Das war der Titanenkampf.
Nun war Zeus der Herrscher, aber er herrschte nicht allein.
Er teilte mit seinen Brüdern, Poseidon herrschte über die Meere und Ozeane, Hades über die Unterwelt und er selbst über die Erde und den Olymp.
Zeus hatte viele Liebschaften und dementsprechend viele Nachkommen. Die meisten mit seiner Frau Hera (Athene, Apollo, Artemis und Ares... verdammt viele A’ s ).
Andere, z.B. Herakles, mit menschlichen Frauen.
Es wird angenommen das die Beziehungen von Zeus zu Menschen darum von Dichtern und Stämmen erfunden wurden, weil sie ihren Stamm unbedingt auf den größten aller Götter zurückführen wollten.

Ein anderer für uns wichtiger Gott ist Hephaistos, der Gott des Feuers, welcher Pandora, die erste Menschenfrau schmiedete. Pandora öffnet in der Sage die berühmte ‚Büchse der Pandora’ aus der Krieg, Pest, Hungersnot und Tod entspringen und sich über die Welt verbreiten, nur die Hoffnung nicht.
Diese Sage kann man mit der christlichen Verbannung aus dem Paradies vergleichen, bei der Eva, mehr oder weniger die erste Menschenfrau, von der verbotenen Frucht isst und so Tod und Verderben über die Menschen bringt.

Stadtstaaten und Götter:
Im Bezug auf die Olympier hatten die Griechen die selbe Religion, allerdings unterschied sich von Staat zu Staat, aber auch von Stadt zu Stadt die Religion und der Kult in der Anbetung oder Ablehnung verschiedenster Götter, welche nicht überall bekannt waren. Einige standen sogar im Konflikt mit Zeus.
Ursprünglich hatte sogar jede Familie ihren eigenen Gott, dem z.B. vor Mahlzeiten Wein und Nahrung als Opfer dargebracht wurden. Ebenso hatte jeder Stamm einen besonderen Gott.
Athen- Athene, Eleusis- Demeter, Samos- Hera, Ephesos- Artemis, Poseidonia- Poseidon.

Sinn der Götter:
Die Götter waren hauptsächlich dazu da, den Menschen und vor allem den einfachen Menschen die Ereignisse in der Natur zu Erklären, wie den Tod. Götter waren aber auch zur Unterhaltung gut, wie wir später noch hören werden.
Ein Beispiel für die Erklärung von Natur ist die Sage um Persephone, der Tochter der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter. Sie wurde vom Unterweltgott Hades aus Liebe entführt, und Demeter trauert um sie. In ihrer Trauer lässt sie die Früchte nicht wachsen und es wird Kalt, es wird Winter. Nach 6 Monaten kehrt Persephone zu ihrer Mutter zurück und Demeter ist glücklich, es wird Sommer. Doch nach neuen 6 Monaten verlässt sie Demeter wieder um bei Hades zu verweilen, erneut folgt Winter- so erklärten sich die Griechen die Jahreszeiten.

Besonderheiten der Götter:
Die griechischen Götter waren nicht so weit entfernt von den Menschen. Man sagt auch, sie waren nicht so dämonisiert wie in früheren Kulturen.
Keiner der Götter war allmächtig, und sie alle unterstanden den Moiren, den drei spinnenden Schicksalsgöttinnen. Klotho spinnt den Faden, Lachesis führt ihn weiter und Atropos schneidet ihn durch- womit der Besitzer jenes Fadens stirbt. Die Moiren sind vergleichbar mit den römischen Parzen und den germanischen Nornen.

Sie wahren sehr menschlich, die Götter waren eifersüchtig, verschlagen, oft verliebt und hatten eine Menge Affären. Quasi eine antike Soap, vergleichbar mit dem heutigen Herzschmerz in GZSZ, Verbotene Liebe und Konsorten. Damit boten sie natürlich auch den Griechen Unterhaltung, machen wir einen kurzen Abstecher zur Entstehung des Dramas.
Dionysos, dem Gott des Weines und einer der Lieblingsgötter der Griechen, waren 5 Festtage geweiht, die Dionysien. Ein fester Bestandteil dieser Feste waren die Chorgesänge. Circa um 535 vor Christus sang einer der Chorleiter als wäre er die handelnde Person selbst. Auf bitten der Festleiter schrieb der Dichter Thespis, von dem das gesungene Werk stammte, weitere dieser Art und zog damit durch die Landen. Das war wohl die Geburtsstunde des Dramas. Noch heute werden Wanderbühnen „Thespiskarren“ genannt.

Tod:
Die frühen Griechen (auch Hellenen genannt) machten sich noch keine Gedanken über ein Leben nach dem Tod. Das begann erst zur Blütezeit Griechenlands. Unter anderem begann Homer, der Dichter dem der Ilias und früher auch die Odyssee zugeschrieben wurde, die Unterwelt zu beschreiben, woraus die Vorstellung von Charon, dem Fährmann über den Fluss Styx entstand. Die Seelen der Toten welche ein gutes Leben geführt hatten tranken aus Lethe, dem Strom des Vergessens und wanderten nach Elysium, dem Paradies.
Frevler aber wanderten nach Tartaros und wurden von den Erinnyen gepeinigt.
So also haben die Griechen auch Himmel und Hölle.
Da negatives länger im Gedächtnis hängen bleibt haben wir auch heute noch einige Sprichworte bzw. Metaphern von den schlimmsten griechischen Höllenqualen.
Beispiele dazu:
Tantalos wurde die Strafe zu Teil ewigen Hunger und Durst zu erleiden, obwohl über ihm herrlichste Früchte wuchsen und vor ihm ein Fass Wasser stand. Doch immer wenn er nach den Früchten griff, wichen sie zurück, wenn er nach de Wasser schöpfte, war das Fass leer. So sind Tantalus-Qualen ein Synonym für außerordentliche Pein.
Sisyphos Strafe war es einen Felsen einen Berg hinauf zu Rollen, der kurz vor der Spitze immer hinabstürzte. Sisyphos- Arbeit ist ein Begriff für sinnlose, ergebnislose Arbeit.
Die Danaiden, 49 Töchter eines Königs ermordeten alle ihre Männer und müssen dafür Wasser in ein Fass schöpfen das sich niemals füllt. Danaiden-Arbeit steht für endlose Arbeit.

Schriften:
Die Griechen besaßen keine heiligen Schriften, aber es gab literarische Werke wie von Homer oder Hesiod. Letzterer lebte circa 800 v. Chr. Und schrieb großteils Regeln auf. Er sammelte in seiner „Theogonie“ Mythen über die Götter und die Weltentstehung.

Opfer:
Es gab verschiedene Arten von Opfern, die chthonischen, älteren Götter empfingen ein düsteres Ritual zur Besänftigung und Abwehr, die Olympier ein freudvolles Ritual des Willkommens und der Lobpreisung.
Geopfert wurden Früchte und Tiere. Früher las man den Willen der Götter aus dem Vogelflug und den Eingeweiden der Opfertiere ab. Später wandte man sich an Orakel. Das berühmteste ist das Orakel von Delphi in dem die Pythia, das Sprachrohr des Gottes Apollon lebte. Das delphische Orakel liegt an einer Erdspalte und man nimmt an das austretende Gase für die Visionen der Orakel verantwortlich waren. Die Pythia war nicht eine Frau, sondern eine von drei verschiedenen. Eine Wahrsagerin die sich zum Orakel ausbilden lassen wollte musste mindestens ein halbes Jahrhundert alt sein.
(Skizze: Tempel des Apollon
Zusatz : 80% aller griechischen Tempel sind dem Osten zugewandt, genau wie die Statue des Gottes dem der Tempel gehörte, so dass diese, wenn die Tore geöffnet waren, die aufgehende Sonne betrachten konnten. Die meisten Statuen wurde der Sonnenaufgang am Tag der Gründung des Tempels zuteil, meist auch der Festtag des Gottes)


Kult:
Mittelpunkt und Gipfel jeder Stadt war die Weihestätte des jeweiligen Gottes, Teilnahme am Kult war Pflicht und Privileg der Bürgerschaft. Der Stadtgott war Wappen und Orakel, laut Sage auch Schützer jener Stadt. Der Vater einer jeden Familie war Priester, sowie die wichtigste Obrigkeit, Beamter oder Archon, der Hohepriester der dortigen Staatsreligion war.
Die Religion wurde aber nicht von den Priestern erfunden, dafür ist die Sagenwelt der Griechen zu komplex, neben den Gottheiten, die es wirklich für alles und jeden Umstand, Zustand und Gegenstand gab, waren noch zahlreiche Fabelwesen wie Dämonen, Harpyien, Furien, Feen, Gorgonen, Sirenen, Nymphen etc. bekannt.
Trotz Errungenschaft der Philosophie lebten die Sagen und Mythen der frühen Griechen bis ans Ende der hellenischen Kultur fort. Auch wenn hochgestellte, gerühmte Männer wie Platon, sie umgestalteten oder wie Xenophanes (griech. Philosoph geboren 580 gestorben 480 v. Chr.), sie verachteten.
500 Jahre nach Platon, als Pausanias (griech. Schriftsteller, 2. Jh. Nach Christus, schrieb eine Art Reisehandbuch über Griechenland), durch Griechenland wanderte, fand dieser die Sagen im Volk immer noch lebendig und weit verbreitet.
Nun, wenn es so eine unglaubliche Zahl an Göttern gab, warum wissen wir heute meist nur von den Olympiern? Das könnte daran liegen, dass diese Gottheiten zusammen mit den Achaiern und Doriern einwanderten und so die mykenischen und chthonischen Gottheiten verdrängten.

Kult und Volk:
In der griechischen Religion gab es 3 Stufen, die chthonische, die olympische und die mystische. Die erste war wahrscheinlich pelasgo-mykenischer, die zweite achaiisch-dorischer und die letzte ägyptisch- asiatischer Herkunft. In der ersten verehrte man unterirdische, in der zweiten himmlische und in der dritten wiederauferstandene Götter. Diese verteilten sich der Reihe nach auf den Glauben der Armen, der Reichen und des unteren Mittelstandes. Sie hatten ihre Blütezeit vor der homerischen, während der homerischen und nach der homerischen Zeit.

Quellennachweis:

Tessloff Verlag- Die Alten Griechen
Durant Kulturgeschichte- Der ferne Osten und der Aufstieg Griechenlands
Delphin Verlag- Geschichte und Kulturen
F. Fetten- Arkadien: Antike Welt. SN 1987 S. 42
Daphne.palomar.edu/mhudelson/storyguides/GreekTemple_WA.html
Bertelsmann- Das moderne Lexikon in 20 Bänden

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